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Das Arbeitsverhältnis, Meldungen (Teil 4)

Augenverlust durch das Herumwerfen von Wuchtgewicht in einer Kfz-Werkstatt -- Behinderte sind oft die besseren Mitarbeiter -- Teamarbeit bringt weniger Effizienz -- Lästern ist kein Kündigungsgrund -- 6 Fehler des Chefs -- zu viel Sitzen im Beruf und im Leben provoziert geistigen Abbau -- Taktiken für Frauen, sich gegen arrogante Männer durchzusetzen -- dunkle Arbeitsplätze und Arbeitsplätze ohne Fenster provozieren Stress und Schlaflosigkeit -- Überstunden und Nachtarbeit macht auf Dauer dumm -- Temperatur im Büro

Meldungen

präsentiert von Michael Palomino
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Hessen 22.10.2013: Das Herumwerfen mit Wuchtgewichten in einer Kfz-Werktätte - Augenverlust und nur Schmwerzensgeld - keine Rente, weil es eine private Handlung gewesen sei

aus: n-tv online: Kollegen mit Wuchtgewicht verletztAngestellter haftet für Kopftreffer; 22.10.2013;
http://www.n-tv.de/ratgeber/Angestellter-haftet-fuer-Kopftreffer-article11578336.html

<Bei einem Arbeitsunfall, den ein Kollege verursacht, haftet nicht automatisch der Arbeitgeber. Laut einem Gerichtsurteil kommt es darauf an, ob die entscheidende Handlung zum Job gehörte oder nicht.

Das Herumwerfen von Wuchtgewichten in einem Kfz-Betrieb ist dem persönlich-privaten Bereich zuzuordnen.

Generell gilt: Wer einen Kollegen bei der Arbeit aus Versehen verletzt, haftet dafür nicht persönlich (Paragraf 105 Abs. 1 SGB VII). Für entstandene Schäden steht vielmehr der Arbeitgeber ein. Das gilt aber  nur, wenn der Mitarbeiter einen Kollegen während einer betrieblichen Tätigkeit verletzt. Ist das nicht der Fall, haftet der Angestellte in vollem Umfang. Das hat ein Urteil des Hessischen Landesarbeitsgerichts bestätigt (Az.: 13 Sa 269/13). Auf das Urteil weist der Deutsche Anwaltverein hin.

In dem verhandelten Fall hatte ein Azubi, der in einer Kfz-Werkstatt angestellt war, geklagt. Er war bei der Arbeit von einem anderen Azubi schwer verletzt worden. Der Azubi war gerade mit dem Auswuchten von Autoreifen beschäftigt, als ihm ein anderer Auszubildender aus etwa 10 m Entfernung ohne Vorwarnung ein etwa 10 g schweres Wuchtgewicht aus Aluminium an den Kopf warf.

Dieser hatte ohne Vorwarnung einen Gegenstand in seine Richtung geworfen, die ihn am Kopf traf. Der junge Mann musste in der Folge mehrfach am Auge operiert werden. Außerdem bekam er eine künstliche Augenlinse. Seitdem leidet er an einer dauerhaften Sehverschlechterung. Nun klagte der Azubi auf Schmerzensgeld sowie eine monatliche Schmerzensgeldrente.

Die Richter gaben dem Azubis teilweise Recht. Sie sprachen dem Mann 25.000 Euro Schmerzensgeld zu - nicht jedoch eine monatliche Rente. Die Richter waren überzeugt, dass der Auszubildende seinen Kollegen fahrlässig verletzt habe. Er hätte wissen können und müssen, dass ein kraftvoller Wurf mit dem Gegenstand eine solche Verletzung hervorrufen könne. Das Herumwerfen von Wuchtgewichten in einem Kfz-Betrieb sei vielmehr dem persönlich-privaten Bereich zuzuordnen, für den ein Arbeitnehmer in vollem Umfang hafte.

Bei der Höhe des Schmerzensgeldes ließ sich das Hessische Landesarbeitsgericht insbesondere von den erlittenen Schmerzen, der dauerhaften Beeinträchtigung der Lebensführung des Klägers leiten und dem Risiko weiterer Verschlechterungen des Augenlichts.

Quelle: n-tv.de , awi/dpa>


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Spiegel online, Logo

3.12.2013: Behinderte sind oft die besseren Mitarbeiter, weil sie sich im ganzen Leben schon besser organisieren müssen

aus: Spiegel online: Studie "Arbeitgeber sehen eher Schwächen von Behinderten"; 3.12.2013;
http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/bert-ruerup-im-interview-ueber-das-inklusionsbarometer-a-936966.html

Bert Rürup (Jahrgang 1943) war neun Jahre lang einer der fünf Wirtschaftsweisen, die die Bundesregierung beraten. Der Ökonom hat unter anderem an der Universität Darmstadt gelehrt und war Chefökonom beim Finanzdienstleister AWD. Er ist nun Präsident des Handelsblatt Research Institute, das für die "Aktion Mensch" das Inklusionsbarometer entwickelt hat. Es untersucht die Situation von Menschen mit Behinderung am Arbeitsmarkt.>

Der Artikel:

Mit Handicap bei der Arbeit: Fast ein Drittel der Unternehmen sind nicht barrierefrei

Die Wirtschaft wächst, Unternehmer jubeln - doch Behinderte profitieren kaum von diesem Aufschwung. Der Wirtschaftswissenschaftler Bert Rürup hat den Arbeitsmarkt für Menschen mit Handicap untersucht. Im Interview sagt er, warum sie oft die besseren Mitarbeiter sind.

KarriereSPIEGEL: Herr Rürup, Sie haben untersucht, wie gut Menschen mit Behinderung im Arbeitsmarkt integriert sind. Ein Ergebnis lautet, dass Arbeitgeber das Potential von Menschen mit Behinderung nicht ausschöpfen. Warum?

Rürup: Viele Arbeitgeber sehen eher die möglichen Schwächen von Behinderten. Dabei sind sie oft besonders motiviert und leistungsfähig, weil ihre Behinderung oft viel Organisation im Alltag erfordert. Das zeigt auch unser Inklusionsbarometer: Mehr als 80 Prozent der Firmenchefs können keine Leistungsunterschiede zwischen den Mitarbeitern mit und ohne Behinderung feststellen.

KarriereSPIEGEL: Die Quote der Arbeitslosen mit Behinderung lag 2012 bei 14,1 Prozent, während sie in den vorangegangenen fünf Jahren im Schnitt 14,9 Prozent betrug. Ist das nicht ein Fortschritt?

Rürup: Ja, aber die Arbeitslosenquote der Nichtbehinderten ist im Zuge des Wirtschaftsaufschwungs deutlich stärker zurückgegangen. Die Quote der Arbeitslosen mit Behinderung ist mit 14 Prozent fast doppelt so hoch. Das heißt, Menschen mit Behinderung haben deutlich weniger von der positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt profitiert als Nichtbehinderte.

KarriereSPIEGEL: Sie haben für Ihre Studie rund 400 Unternehmen befragt - vor allem Mittelständler. Warum haben Sie nicht mehr große Firmen einbezogen?

Rürup: Großunternehmen sind sich der Problematik bewusst: Sie stellen Menschen mit Behinderung ein und bieten barrierefreie Arbeitsplätze. Die Zahl behinderter Beschäftigter steigt mit der Unternehmensgröße progressiv an. Außerdem sind Konzerne nicht die Hauptarbeitgeber in unserem Land - das sind die kleinen und mittelständischen Unternehmen. Bei ihnen sieht es weniger gut aus: 29 Prozent der von uns befragten Unternehmen gaben an, nicht barrierefrei zu sein.

KarriereSPIEGEL: Unternehmen, die Menschen mit Behinderung beschäftigen, erhalten in Deutschland staatliche Förderungen. Das ist aber rund einem Fünftel der Unternehmen nicht bekannt - und selbst 27 Prozent der Firmen, die sie kennen, nehmen die Förderungen nicht in Anspruch. Wie erklären Sie sich das?

Rürup: Da kann ich nur spekulieren: Vielleicht ist gerade kleineren Unternehmen der bürokratische Aufwand zu hoch. Es ist ja gar nicht so einfach, an staatliches Geld zu kommen.

KarriereSPIEGEL: In Deutschland müssen Unternehmen ab 20 Mitarbeitern eine Mindestquote erfüllen: Fünf Prozent der Belegschaft muss aus Menschen mit Behinderung bestehen. Mehr als 60 Prozent aller privaten Unternehmen zahlen aber lieber Ausgleichsabgaben, die im Moment bei maximal 290 Euro monatlich pro unbesetzten Pflichtplatz liegt. Müssen die Abgaben weiter erhöht werden?

Rürup: Das muss die Regierung beantworten. Ich finde 290 Euro pro Arbeitsplatz und Monat unter Berücksichtigung des erhöhten Kündigungsschutzes durchaus angemessen. Durch unser Inklusionsbarometer wollen wir gerade bei Unternehmern das Bewusstsein dafür erzeugen und schärfen, dass es auf diesem Gebiet noch einiges zu tun gibt.>

Spiegel
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16.3.2014: Büropsychologie: Teamarbeit macht faul und unglücklich

aus: Spiegel online: Büropsychologie
Warum Teamarbeit faul und unglücklich macht; 16.3.2014;
http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/volker-kitz-teamarbeit-macht-faul-und-ungluecklich-a-958299.html

<Volker Kitz (links) hat Jura und Psychologie studiert und unter anderem als Wissenschaftler am Max-Planck-Institut gearbeitet. Heute lebt er als freier Autor in München. In der Reihe "Büropsychologie" stellen wir seine besten Bürotricks vor. Sie sind seinem aktuellen Buch entnommen: "Warum uns das Denken nicht in den Kopf will. Noch mehr nützliche Erkenntnisse der Alltagspsychologie" (gemeinsam mit Manuel Tusch, rechts). - Mehr unter www.kitz-tusch.com

"Wir suchen einen teamfähigen Mitarbeiter" - der Satz gehört unweigerlich in jede Stellenanzeige. Dabei richtet der grassierende Team-Fetischismus viel Schaden an, sagt Buchautor Volker Kitz. Er verrät, wie man im Alltag dem Teamterror entkommt.

Herrscht bei Ihnen auch Team-Terror? Wer nicht "teamfähig" ist, bekommt heute keinen Job mehr - und eine Stelle, die nicht die "Zusammenarbeit in einem dynamischen Team" bietet, darf erst gar nicht ausgeschrieben werden, so scheint es. Wenn Ihnen das immer schon komisch vorkam, liegt Ihr Misstrauen auf einer Linie mit wissenschaftlichen Erkenntnissen.

[Experiment: 1 oder 7 Männer am Seil]

Schon 1882 untersuchte der französischer Agraringenieur Maximilian Ringelmann, wie es sich auswirkte, wenn man statt einem Mann sieben Männer an einem Seil ziehen ließ. Eigentlich hätten sieben Männer ja auch sieben Mal so viel Kraft haben müssen. Aber das war nicht der Fall: Allein zog jeder Mann 85 Kilogramm (das "Kraftkilogramm" war damals eine Maßeinheit für die Kraft, die wir heute in Newton messen). In der Gruppe entfielen auf jeden nur 65 Kilogramm. Knapp ein Viertel der Leistung blieb also durch die Teamarbeit auf der Strecke!

Damals ließ sich noch nicht klären, ob dieser Ringelmann-Effekt seinen Grund in einem Motivationsverlust hatte - oder einfach nur in Koordinationsproblemen. Denn ziehen mehrere Menschen an einem Seil, muss jeder seine optimale Position erst einmal finden, damit die Kräfte wirklich miteinander und nicht gegeneinander wirken. Das gilt heute keinen Deut weniger für Teams, die gemeinsam eine Powerpoint-Präsentation erstellen oder einen Kundentermin vorbereiten sollen: Der Grat zwischen miteinander und gegeneinander arbeiten ist schmal.

[Experiment mit verbundenen Augen: Vorspiegelung einer Gruppe lässt die Leistung sinken]

Fast 100 Jahre später erfanden Psychologen eine einfallsreiche Variante des Versuchs, um zu klären, ob Menschen im Team nur schlechter koordiniert sind oder auch weniger Lust haben: Sie verbanden den Teilnehmern einfach die Augen und sagten ihnen nur, sie würden einmal in einer Gruppe ziehen, einmal alleine. In Wirklichkeit zogen sie beide Male alleine. Koordinierungsprobleme waren damit ausgeschaltet.

Trotzdem fiel die Leistung der Probanden ab, wenn sie nur glaubten, es ginge um Teamwork. Damit war der Beweis erbracht: Teamwork senkt tatsächlich die Motivation.

Das "Faulenzen-Phänomen"

Heute spricht man in der Psychologie ganz unverhohlen vom "sozialen Faulenzen". Es ist inzwischen in vielen weiteren Versuchen bestätigt worden, auch bei geistigen Tätigkeiten, zum Beispiel bei einer Rechenaufgabe. Kürzlich fand man heraus, dass Menschen sich sogar schlechter auf eine Aufgabe vorbereiten, die sie im Team lösen sollen - selbst wenn sie bei der Vorbereitung noch alleine sind.

Erklären lässt sich das mit unserem Bedürfnis nach Kontrolle und Anerkennung: Fließt meine Arbeit in ein Gruppenergebnis ein, dann kann ich dieses Ergebnis weniger kontrollieren, als wenn ich allein arbeite. Und ich muss mir die Anerkennung mit anderen teilen. Das zerstört die Motivation.

Mindern können wir das "soziale Faulenzen" folglich, indem wir den Anteil des Einzelnen wieder stärker aus dem Teamergebnis herauslösen und auch einzeln betrachten. Denn misst man die Leistungen der Teammitglieder einzeln, tritt der Ringelmann-Effekt nicht auf.

Aber gerade das ist heute in vielen Unternehmen verpönt. Wenn Sie im Team eines Teamfetischisten arbeiten müssen, haben Sie also zwei Möglichkeiten: Sie ruhen sich schön aus - aber Nichtstun kann ja auch ganz schön anstrengend sein, denn man weiß nie, wann man fertig ist. Oder Sie wollen sich Ihre Motivation erhalten. Dann bestehen Sie innerhalb des Teams unbedingt auf eine Aufgabe, deren Erledigung einzeln messbar ist.

In manchen Situationen kann sich die entspannende Wirkung des Teams positiv auswirken: Dort, wo uns zu viel Anspannung im Weg steht, also bei besonders schwierigen Aufgaben. Hier werden die Ergebnisse im Team besser. Und nur hier ist es wirklich sinnvoll, nach einer Arbeitsgruppe zu rufen.>

Heise online, Logo

Essen (Deutschland) 15.5.2014: <Lästern ist kein Kündigungsgrund>

aus: Heise online; 15.5.2014;
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Laestern-ist-kein-Kuendigungsgrund-2182209.html

<Mit Kollegen im privaten Rahmen über den Chef zu lästern, ist erlaubt und kein Kündigungsgrund. Schließlich gibt es keine Verpflichtung, eine positive Meinung über den Vorgesetzten zu haben.

Ein Arbeitnehmer darf seine Meinung über den Chef gegenüber anderen Mitarbeitern im privaten Rahmen äußern, auch wenn diese alles andere als positiv ausfällt. Denn eine Verpflichtung, insbesondere in vertrautem Kreis ausschließlich positiv über den Vorgesetzten zu reden, gibt es nicht. Deshalb kann der Arbeitgeber in einem solchen Fall auch keine Kündigung wegen angeblicher Beleidigung des Vorgesetzten aussprechen. Darauf weist die Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline unter Berufung auf ein kürzlich bekannt gewordenes Urteil des Arbeitsgerichts Essen hin (vom 27.9.2013, Az. 2 Ca 3550/12).

Die Marketing-Mitarbeiterin eines mittelständischen Unternehmens sollte nach 17 Jahren fristlos gekündigt werden. Dagegen reichte sie Kündigungsschutzklage ein. Zuvor war ihr Arbeitgeber von einer anderen Firma übernommen und der Geschäftsführer in Folge dessen ausgetauscht worden. Sie hatte als seine Vertraute gegolten, weshalb sein Nachfolger sie offenbar schnell loswerden wollte. Ihr wurde das Angebot unterbreitet, unter unveränderten Arbeitsbedingungen in einer anderen Gesellschaft der Unternehmensgruppe zu wechseln. Zugleich stellte der neue Geschäftsführer sie frei und erteilte ihr außerdem Hausverbot.

Über diese Behandlung war die Mitarbeiterin nicht gerade erfreut. Das soll sie in Telefongesprächen mit Kollegen auch deutlich gemacht haben, in dem sie den neuen Geschäftsführer als "hinterfotzig", "Heini" und "Pisser" bezeichnete. Daraufhin schickte ihr der neue Chef eine fristlose Kündigung ins Haus.

Diese wurde vom Arbeitsgericht Essen jedoch für unwirksam erklärt. Zwar sei eine Ehrverletzung des Vorgesetzten grundsätzlich ein Grund für eine fristlose Kündigung, allerdings sei eine solche hier nicht erkennbar, so die Richter. Das gelte auch für den Fall, dass die Äußerungen tatsächlich gefallen sind – was die Arbeitnehmerin allerdings bestritt.

Eine Ehrverletzung durch eine Beleidigung setze voraus, dass der Betroffene davon erfährt. Eine fristlose Kündigung für eine solche Lästerei sei außerdem nur gerechtfertigt, wenn diese dazu geeignet sei, das Betriebsklima massiv zu beeinträchtigen oder sie dem Zweck dienen sollte, die Autorität des Chefs zu untergraben. Die Arbeitnehmerin habe aber nicht damit rechnen müssen, dass ihre Aussagen in der Firma die Runde machen, denn es habe sich um vertrauliche Telefonate mit langjährigen Kollegen gehandelt, mit denen sie zum Teil sogar befreundet war. Da dürfe man sich auf die Verschwiegenheit des Gesprächspartners durchaus verlassen.

Die Arbeitnehmerin habe die angeblichen Beleidigungen nicht bewusst nach außen gerichtet, daher dürfe der privaten Meinungsäußerung auch keine fristlose Kündigung folgen. (Marzena Sicking) / (masi)>

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Rheinische Post online, Logo

26.8.2014: 6 Fehler des Chefs

aus: Rheinische Post online: Sechs absolute No-Go's: Was ein guter Chef niemals tun sollte; 26.8.2014;
http://www.rp-online.de/leben/beruf/karriere/guter-chef-diese-fehler-sollten-vermieden-werden-aid-1.4462851

<Düsseldorf. Ein guter Chef ist Vorbild, Motivator, hält Abmachungen ein und kann die Leistung seiner Mitarbeiter anerkennen. Darin sind sich Experten einig. Doch es gibt auch Dinge, die man als guter Chef auf gar keinen Fall tun sollte.

Von Kristina Zippel

Dass Topchefs konstant Höchstleistungen erbringen ist keine Frage. Doch wenn sie ihren Job wirklich gut machen, zeichnet sie noch ein anderer Faktor aus: sie schaffen es, auch ihre Mitarbeiter zu erfolgreicher Leistung zu motivieren, und ihnen zugleich ein Gefühl von Wertschätzung zu vermitteln. Wichtige Voraussetzung für eine gelungene Zusammenarbeit ist die richtige Kommunikation. Denn die scheint zwar selbstverständlich, tatsächlich birgt sie jedoch sehr viele Fehlerquellen, die zu Frust bei den Mitarbeitern führen können. Sechs der wichtigsten Pannen, die Chefs unterlaufen können, haben wir zusammengestellt:

Den Kopf aus der Schlinge ziehen: Im Arbeitsalltag kommt es immer wieder zu spontanen Änderungen oder auch unliebsamen Situationen: Der lang ersehnte Sommerurlaub eines Mitarbeiters wird gestrichen, das neue Projekt bearbeitet nun ein Kollege mit (angeblich) mehr Erfahrung. Das kann Betroffene außerordentlich verärgern, und dazu führen, dass sie sich beim Chef beschweren, oder zumindest den Grund für die Veränderung erfahren wollen. Reagiert der dann mit Sätzen wie "das ist nicht meine Entscheidung. Die kommt von oben”, ist der Frust doppelt so groß. Denn nicht nur fehlt jede Erklärung, die Verantwortung wird dadurch auch auf andere, für den Mitarbeiter meist ungreifbare Personen, abgewälzt. Mitarbeiter, die auf diese Weise abgekanzelt werden, sind schnell in ihrem Respekt, Vertrauen und in der Bindung an das Unternehmen erschüttert. Besser: Vorgesetzte sollten sich in solchen Momenten die Zeit nehmen in Ruhe zu erklären, warum es zu dieser Entscheidung gekommen ist, und gemeinsam mit dem Betroffenen überlegen, wie es beim nächsten Mal anders laufen kann.

Ohren bei Sorgen verschließen: Dieser typische Satz zerstört jegliche Vertrauensbasis: "Das ist nicht mein Problem.” Der Vorgesetzte macht damit deutlich, dass er sich nicht für das Anliegen des Mitarbeiters interessiert, der fühlt sich in der Folge alleingelassen und oft auch überfordert. Dabei ist es besonders in schwierigen Situationen wichtig, dass der Chef Bereitschaft zur Unterstützung zeigt, oder auch mal eingreift.

Anliegen abwimmeln: "Ich bin gerade zu beschäftigt, um mich darum zu kümmern.” Selbst wenn gerade zwölf andere wichtige Dinge anstehen, mit solchen Sätzen sollte niemand abgewimmelt werden. Mitarbeiter wissen in der Regel, wann sie ihren Vorgesetzten nicht mit kleineren Dingen behelligen sollten. Deswegen sollte ein guter Chef ihnen zumindest kurz Gehör schenken, wenn sie sein Büro schon aufsuchen. Wenn das Anliegen kein Notfall ist und tatsächlich warten kann, sollte ein Ausweichtermin angeboten werden - und der dann auch wirklich eingehalten werden.

Meinungen unterdrücken: Auch mal etwas zu tun, was nicht zu 100 Prozent den eigenen Prinzipien oder Präferenzen entspricht, darum kommt wohl kaum jemand im Arbeitsalltag herum. Ein "Machen Sie es einfach!” durch den Chef fördert dabei nicht die Motivation. Werden Bedenken und Kritik von Mitarbeitern nicht zumindest in Betracht gezogen, bekommen sie das Gefühl, dass ihre Meinung nichts zählt. Ein schlechter Chef zwingt Mitarbeiter durch seine Position dazu, ungeliebte Aufgaben zu erledigen. Ein guter Chef hingegen überzeugt in einem Gespräch, in dem beide zu Wort kommen, von der Idee dahinter.

Vor den Kopf stoßen: Manche Menschen reden gerne und viel, und das auch mit ihren Vorgesetzten. Sie können zu richtigen Nervensägen werden, aber werden sie mit Sätzen wie "Sie schon wieder!" begrüßt, kann das ein viel größeres Problem schaffen: Der Mitarbeiter ist verletzt, und das wirkt sich auf die Arbeitsleistung und innere Einstellung aus. Statt den Ärger direkt zu zeigen, fragt sich ein guter Chef, ob der Mitarbeiter eventuell noch ein spezielles Problem hat, das ihn eigentlich dazu veranlasst, so häufig das Gespräch zu suchen.

Bei Fehlern anklagen: "Sie haben was getan?!” Solch ein Satz als erste Reaktion in Problemsituationen ist menschlich, sollte aber vermieden werden. Hat ein Mitarbeiter einen Fehler gemacht, ist ihm das meist selbst bewusst, oft sogar extrem unangenehm. Anklagen und verurteilen hilft hier keinem weiter. Stattdessen sollte  gemeinsam nach einer Lösung gesucht und analysiert werden, was zu dem Fehler geführt hat. So ist auch sichergestellt, dass das Gleiche nicht noch einmal passiert.>


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Pravda tv online, Logo

19.9.2014: Zu viel Sitzen im Leben und im Beruf provoziert geistigen Abbau

aus: Sitzen beschleunigt den geistigen Abbau und ist lebensgefährlich; 19.9.2014;
http://pravda-tv.com/2014/09/19/sitzen-beschleunigt-den-geistigen-abbau-und-ist-lebensgefahrlich/

<von

Da hilft auch abendliches Training nur bedingt, meinen Experten. Dass Bewegung nicht nur dem Körper gut tut, sondern auch dem Geist, konnten in der Vergangenheit bereits zahlreiche Studien zeigen. Dabei ist es aber nicht nur wichtig, abends mal ein bis zwei Stunden Sport zu treiben – auch wer dauerhaft in Bewegung bleibt hat demjenigen gegenüber einen Vorteil, der viel sitzt und baut im Alter geistig weniger schnell ab. Darauf deutet eine Studie von Agnieszka Burzynska von der University of Illinois und ihren Kollegen hin.

[88 Probanden zwischen 60 und 78 Jahren]
Die Forscher statteten insgesamt 88 Probanden zwischen 60 und 78 Jahren für eine Woche mit Bewegungsmessern aus. Zudem unterzogen sich alle Probanden verschiedenen Hirnscans. Dabei stellten Burzynska und ihr Team zunächst einmal fest, dass diejenigen, die sich regelmäßig moderat oder intensiv körperlich betätigten, insgesamt auch weniger altersspezifische Veränderungen in der Struktur ihrer Nervenverbindungen aufwiesen.

[Leichte Bewegung hat schon Auswirkungen]
Doch auch die Versuchsteilnehmer, die sich nur leicht bewegten, dies aber dauerhaft taten, bauten weniger stark in Hirnregionen wie dem Temporallappen ab, der beispiels-weise bei Gedächtnis- oder Sprachprozessen eine Schlüsselrolle spielt. Wer dagegen die meiste Zeit sitzend verbrachte, hatte vor allem im Hippocampus, der ebenfalls für Lernen und Erinnern zuständig ist, eine geschädigte Struktur der Nervenverknüpfungen.

“Das deutet darauf hin, dass zu viel Sitzen, einen schädlichen Effekt auf das Gehirn hat”, sagt Burzynska. “Selbst, wenn man am Ende des Tages noch eine halbe Stunde trainiert.”

Den ganzen Tag sitzen ist lebensgefährlich - [Raucher, die sich bewegen, leben länger]

Arbeiten Sie im Büro und treiben nach Feierabend regelmässig Sport? Dann gibt es für Sie eine schlechte Nachricht: Sie leben wahrscheinlich nicht länger als z. B. ein Mechaniker, der keinen Sport treibt. Oder anders gefragt: Schauen Sie gerne TV, rauchen aber nicht? Dann sterben Sie vermutlich früher als wenn Sie pro Tag bis zu zehn Zigaretten rauchen, aber nie vor der Glotze hocken würden. Und Sie ahnen es schon: Die tiefste Lebenserwartung haben Menschen, die viel im Büro arbeiten, am Abend viel fernsehen und viel rauchen. Da hilft es auch nichts, wenn sie täglich eine Stunde sportlich aktiv sind.

Wie schädlich ist Sitzen? - [viel Sitzen ergibt hohes Risiko für Diabetes und Herz-Kreislauf-Probleme]

Das Journal «Diabetologia» veröffentlichte 2012 die Resultate einer Metastudie des Forschungsteams um Dr. Emma Wilmot. Sie verglichen und analysierten 18 Studien, die unabhängig voneinander durchgeführt und bei denen insgesamt 794’577 Personen befragt und untersucht wurden. Im Zentrum stand die Frage, welche Gefahren das Sitzen für die Gesundheit birgt.

Im Schnitt gaben die Teilnehmer an, 50 bis 70 Prozent des Tages im Sitzen zu verbringen. Die Forscher verglichen die Sitzdauer mit der Gesundheit und fanden heraus: Jene, die am längsten sitzen, erhöhen ihr Risiko, an Diabetes und Herz-Kreislauf-Problemen zu erkranken deutlich. Das Risiko für einen frühen Tod steigt um 49 Prozent.

Sport könne das Sitzen nicht ausgleichen

Studienleiterin Dr. Emma Wilmot sagt: «Leute, die im Büro arbeiten, reduzieren ihr Risiko auch dann nicht, wenn sie sich wie empfohlen täglich 30 Minuten bewegen.» Zwar werde ein Sportler bessere Gesundheitswerte haben als sein Kollege, der nach dem Büro nach Hause fährt und fernsieht. Ein Kellner, der den ganzen Tag auf den Beinen sei, habe verglichen damit jedoch ein viel geringeres Gesundheitsrisiko.

Viele würden sich selbst einreden, einen gesunden Lebensstil zu pflegen, weil sie täglich 30 Minuten Sport machen. «Aber sie müssen an die restlichen 23,5 Stunden des Tages denken.» Immerhin fügt Wilmot an, es sei zwar nicht ganz umsonst, wenn man sich nach der Arbeit aufraffe, eine Stunde zu joggen, aber ausgleichen könne das die schädlichen Auswirkungen des langen Sitzens nicht.

[Diabetes als Folge des ewigen Sitzens - Sitzen provoziert negative Glukosewerte]
Sitzen ist also Gift für die Gesundheit. Diabetes sei die häufigste Folge. Weshalb das so ist und ab wie vielen Stunden die Folgerisiken auftreten, konnten sie noch nicht wissenschaftlich belegen. Man wisse bisher einzig, dass sich das lange Verharren in der ungesunden Sitzhaltung negativ auf die Glukosewerte auswirke und die Insulinresistenz erhöhen könne.

[Immer wieder mal herumlaufen]

Um die Stunden im Sitzen zu reduzieren, geben die Forscher folgende Tipps:

-- Zwischendurch im Stehen arbeiten
– Meetings im Stehen abhalten (Stehung statt Sitzung)
– Während der Mittagspause herumspazieren
– Die Zeit am Abend vor dem TV, Laptop und Smartphone reduzieren

[Sport gegen Diabetes]
Ganz verteufeln wollen die Wissenschaftler den Sport dann aber doch nicht: Sport sei eine grossartige Möglichkeit, ein gesundes Gewicht zu halten. Und das sei wiederum die beste Möglichkeit, das Risiko von Typ-2-Diabetes zu minimieren.

[Der Fernseher ist ein grosser Lebensverkürzer]
Nun, was halten wir von dieser Studie? Bereits vor einem Jahr kamen australische Forscher zu einem ähnlichen Resultat. Sie hatten zudem herausgefunden, dass jede Stunde, die man vor dem Fernseher sitzt, die Lebenserwartung um 21,8 Minuten verkürzt.

Gerne hätte ich gewusst, ob die Studienteilnehmer auch gefragt wurden, welche Sendungen sie sich im Fernsehen anschauen. Macht es für den Herz-Kreislauf einen Unterschied, ob man Gruselfilme schaut oder Rosamunde Pilcher? Welche Auswirkungen haben Hypochonder züchtende Sendungen wie «Puls» auf die Gesundheit?

Und erinnern wir uns an vergangene Woche, als durch die Medien ging, Pommes frites essen in der Schwangerschaft sei genau so schädlich wie Rauchen. «Würde das stimmen, gäbe es längst keinen einzigen Belgier mehr», kommentierte mein unsportlicher, viel-rauchender Bürokollege. Erforscht ist übrigens auch schon, dass eine Zigarette die Lebens-erwartung um 11 Minuten verkürzt – offenbar halb so viel wie eine Stunde vor dem TV sitzen.

Und so sitzen weitere Milliarden von Menschen eingepfercht wie die Legehennen in Glas- und Metallkästen “Büro” genannt und degenerieren sukzessive tippend mit ihren Krallen auf der Tastatur zum gekrümmten Gollum auf der Hatz nach dem “Schatz”.

Quellen: PRAVDA TV/blog.tagesanzeiger.ch/spektrum.de vom 18.09.2014>

Kölner Express online, Logo

6.11.2014: Taktiken für Frauen, sich gegen arrogante Männer durchzusetzen

aus: Kölner Express online: Schlagfertig sein
Diese blöden Sprüche hören nur Frauen im Job; 6.11.2014;
http://www.express.de/karriere/dumme-sprueche-frauen-arbeitsplatz-wehrle-karriere-schlagfertig,21106954,28782644.html
http://www.express.de/karriere/dumme-sprueche-frauen-arbeitsplatz-wehrle-karriere-schlagfertig,21106954,28782644,item,1.html

<Von GESA SCHÖLGENS

„Die Kollegin hat sich wohl nach oben geschlafen...“ - „Wahrscheinlich hat sie wieder ihre Tage.“ - Sprüche, die Frauen im Job oft zu hören kriegen. Wie können sie kontern? Das verrät ein witziger Ratgeber.

Mütter bekommen oft nur schlecht bezahlte Teilzeitjobs. Sie gelten als Rabenmütter, wenn sie kurz nach der Geburt wieder arbeiten (müssen). Weibliche Mitarbeiter dürfen den Geschirrspüler im Büro ausräumen und Kaffee kochen. Ein Mann, der im Job für seine Ziele kämpft, gilt als durchsetzungsstark; eine Frau, die dasselbe tut, als verbissen und zickig.

Wie schwer es Frauen im Berufsleben häufig haben, weiß Karrierecoach und Buchautor Martin Wehrle aus seiner Berufspraxis. In seinem neuen Buch „Herr Müller, Sie sind doch nicht schwanger?!“ (Mosaik Verlag) schildert Wehrle teils schockierende, teils lustige Beispiele aus dem weiblichen Arbeitsalltag. Und er zeigt auf humorvolle Weise, warum das Berufsleben einer Frau für jeden Mann ein Skandal wäre.

„Was wäre los, wenn Männer ein Fünftel weniger als Frauen verdienten, obwohl sie mehr Gewinn erwirtschaften? Wenn jedes Bewerbungsgespräch nur für Männer zum Polizeiverhör würde, nach dem Motto: ,Planen Sie eigentlich Kinder?' Ich garantiere Ihnen: Die Hölle wäre los!“, so Martin Wehrle im Vorwort. „Dagegen ist es ganz normal, dass Frauen so behandelt werden. Noch immer“, sagt der Job-Experte.

Mit seinem Ratgeber will Martin Wehrle weiblichen Arbeitskräften Tipps geben. Wir haben zehn Sätze, die Frauen im Job häufig zu hören bekommen, gesammelt. Und erklären mithilfe des Ratgebers, wie sie sich wehren können:

„Für Kaffeemaschine und Geschirrspüler sind Sie zuständig.“

Langweilige Arbeiten bleiben im Büro häufig an Frauen hängen. Sie kochen Kaffee, räumen die Spülmaschine ein, decken Tische ein und backen den Geburtstagskuchen. Hingegen dürfen sich die Herren der Schöpfung ausschließlich auf ihre Karriere und das nächste spannende Projekt konzentrieren, was ihnen natürlich mehr Ruhm einbringt, als stumpf die Akten zu sortieren.

Tipp: Soziales Verhalten darf keine Einbahnstraße sein. Unterstützen Sie nur Kollegen, die auch Sie unterstützen. Sonst einfach zurück delegieren - und unwillige Kollegen immer wieder an ihre Pflichten erinnern. Außerdem sollte das soziale Verhalten zur Position passen.

„Gehaltserhöhung? Aber ich schätze doch Ihre Bescheidenheit...“

Frauen suchen das Gehaltsgespräch mit ihren Vorgesetzten deutlich seltener als Männer. Und sie treten dabei oft zu bescheiden auf. Das geht schon bei der Sprache los: „Es wäre schön, wenn ich mehr Gehalt bekommen könnte...“. Beim Vorgesetzten kommt an: Muss nicht sein! Außerdem stellen Frauen eigene Erfolge oft als Teamleistung dar, statt den eigenen Anteil zu betonen.

Tipp: Sprechen Sie nicht im Konjunktiv. Stehen Sie zu Ihren Erfolgen. Und fordern Sie immer mehr Gehalt, als Sie tatsächlich wollen! Wer 300 Euro mehr pro Monat will, muss mindestens 500 fordern. So hat der Chef Spielraum zum Runterhandeln.

„Wahrscheinlich hat sie wieder ihre Tage.“

Wenn ein Mann im Büro schlecht gelaunt ist, wird ihm das schnell verziehen: „Er steht halt unter Arbeitsdruck!“ Aber sobald eine Frau sich nicht mehr nett und angepasst benimmt, sondern eine eigene Meinung vertritt, heißt es hinterrücks: „Jetzt hat sie wieder ihre Tage!“ Dasselbe Verhalten wird nach Geschlecht beurteilt: Setzt sich ein Mann durch, ist er einfach durchsetzungsstark - tut es eine Frau, gilt sie als zickig.

Tipp: Seien Sie möglichst oft selbstbewusst, auch wenn es als „zickig“ betrachtet wird. Lassen Sie sich niemals von anderen unterbrechen, reden Sie weiter! Nach und nach werden sich die Männer daran gewöhnen, dass Sie ihre Machtspielregeln durchschaut haben.

„Schatz, mein Hemd ist schlecht gebügelt!“

Nur vier Prozent der Männer waschen, kochen oder putzen öfter als ihre Frauen im Haushalt - auch wenn beide berufstätig sind. Viele Frauen geben auf oder brennen aus, denn kaum jemand schafft zwei Vollzeit-Arbeiten nebeneinander.

Tipp: Beide Partner müssen zu Beginn der Karriere dieselbe Flughöhe erreichen. Sie sollten sich die ersten Jahre gegenseitig unterstützen und die Arbeit im Haushalt gerecht teilen. Sind Kinder geplant, spielt man beide Optionen durch. Dann sollte derjenige zurückstecken, der sich eine Auszeit im Job oder ein gedrosseltes Tempo im Augenblick besser erlauben kann.

„Die sieht viel zu gut aus, um was drauf zu haben.“

Attraktive Jobanwärter haben laut einer Studie doppelt so gute Chancen, eine Einladung zum Vorstellungsgespräch zu bekommen. Attraktive Bewerberinnen dagegen werden überdurchschnittlich oft aussortiert. Offenbar sagen sich die Arbeitgeber: Es ist unwahrscheinlich, dass jemand gut aussieht und noch dazu einen tollen Job bei uns machen kann.

Tipp: Konzentrieren Sie sich auf Ihr Können! Nur dafür werden Sie eingestellt. Auf dem Bewerbungsfoto und beim Vorstellungsgespräch sollten Sie sich nur sehr dezent schminken: Der Fokus muss auf den fachlichen Qualitäten liegen.

„Ziehen Sie sich bitte zum Termin etwas Nettes an!“ - Wie man darauf reagiert? Das lesen Sie auf der nächsten Seite.

Teil 2:

„Wenn ich Sie 'Schätzchen' nenne, ist das doch nett gemeint!“

„Schätzchen“, „Mäuschen“, „meine Liebe“ – einige Männer sprechen ihre Kolleginnen mit Kosenamen an, um ihre Autorität zu untergraben. Und wenn eine Frau sich beschwert, gilt sie gleich als „überempfindlich“: Schließlich sei diese Bezeichnung als „Kompliment“ gemeint. Dabei ist es in Wirklichkeit eine Diffamierung, der Kollege will Sie in den Tiefstatus schleudern.

Tipp: Wenn Sie ein männlicher Kollege „Schätzchen“ nennt – schlagen Sie mit der gleichen Waffe zurück. Nennen Sie ihn zum Beispiel „Hasi“. Schnell wird ihm der Spaß daran vergehen, denn Sie kontern auf Augenhöhe.

„Die Kolleginnen sind mal wieder stutenbissig.“

Wenn Männer sich streiten, gilt das als „sachliche Auseinandersetzung“ – auch wenn sie sich dabei komplett daneben benehmen. Aber sobald Frauen eine Meinungsverschiedenheit austragen, ist von „Zickenterror“ oder „Stutenbissigkeit“ die Rede - in vielen Fällen eine falsche Unterstellung.

Tipp: Männer bilden Karriere-Netzwerke. Sie informieren sich gegenseitig über interessante offene Stellen und puschen sich nach oben. Davon können Frauen einiges lernen: Studien zeigen, dass die Zusammenarbeit mit einer Chefin von ihren männlichen Mitarbeitern besser als von den weiblichen beurteilt wird. An ihrem Zusammenhalt müssen Frauen noch arbeiten.

„Ziehen Sie sich bitte zum Termin etwas Nettes an!“

Bei wichtigen Kundenterminen steht die Erwartung im Raum, dass sich eine Mitarbeiterin möglichst attraktiv präsentiert. Heimlich gelten Frauen immer noch als Sexualobjekt, dabei hat sie das Recht, in ihrer beruflichen Rolle gesehen zu werden. Eine Frau, die sich nicht schminkt und schlicht kleidet, gilt schnell als „schlampig“, während Männer in kaputten Jeans und mit zerzausten Haaren als „kreativ“ durchgehen.

Tipp: Je höher eine Frau in der Firmenhierarchie steht, desto dezenter sollte sie sich kleiden und schminken, steht in den meisten Ratgebern. Aber was für die Geschäftsführerin gilt, sollte auch für die Sekretärin gelten: Jede Mitarbeiterin sollte durch Leistung statt durch Kleidung wahrgenommen werden.

„Die Kollegin hat sich wohl nach oben geschlafen...“

Managerinnen kämpfen nicht selten mit dem Vorurteil, dass sie ihre Position anderen Qualitäten als dienstlichen verdanken. Schmutzige Fantasien und Gerüchte – übrigens nicht nur von Männern, sondern auch von Kolleginnen – entwerten viele Frauenkarrieren.

Tipp: Machen Sie all Ihre Erfolge und größeren Leistungen regelmäßig publik, zum Beispiel bei Meetings. Auf diese Weise sieht jeder, dass Sie nur durch berufliche Erfolge nach oben kommen. Und nicht, weil Sie so sexy sind.

„Mach du mal. Frauen sind doch multitaskingfähig.“

Frauen werden von ihren männlichen Kollegen und Vorgesetzten gerne mit Arbeit überflutet: „Du hast viel mehr Talent zum Multitasking. Kannst du mich vielleicht bei zwei klitzekleinen Aufgaben unterstützen?“ - Dabei zeigen Studien, dass Männer genauso multitaskingfähig sind wie Frauen. Aber statt sich mit viel zu vielen Projekten zu verzetteln, bringen die männlichen Kollegen ihre Karriere voran, indem sie sich aufs Wesentliche konzentrieren.

Tipp: Verweisen Sie auf Ihre wichtigsten Aufgaben, mit denen Sie völlig ausgelastet sind. Das ist zugleich eine gute Eigenwerbung. Ansonsten gilt wieder die Regel: Greifen Sie dem Kollegen unter die Arme, sofern er Ihnen auch unter die Arme greift, wenn Sie ihn brauchen.

Pokern ums Gehalt

1. Gute Vorbereitung aufs Gespräch

Frauen wie Männer sollten für ihre Gehaltsverhandlung top vorbereitet sein. Es ist von Vorteil, wenn Sie Ihrem Chef alle Erfolge und Leistungen strukturiert aufzählen können. Wichtig: Kommunizieren Sie ganz klar, dass Sie sich hierfür eine materielle Wertschätzung wünschen.

2. Keine falsche Bescheidenheit

Eine weitere Strategie für mehr Gehalt lautet: Weg mit der Bescheidenheit! Denn übertriebene Zurückhaltung ist im Berufsleben keine Tugend. Wer einen guten Job macht - egal ob Frau oder Mann - darf sich darüber freuen, stolz auf sich sein - und einen entsprechenden Bonus fordern.

3. Bitte nicht relativieren

Verhandeln Sie ohne Füllwörter wie „vielleicht“ und es „wäre echt schön“ - solche Relativierungen nutzen vor allem Frauen gerne, um Sachverhalte abzumildern, damit sie niemandem „weh“ tun. In Verhandlungen ist es angesagt, sachlich und selbstbewusst zu kommunizieren. Stellen Sie Forderungen, die Sie mit guten Argumenten untermauern.

4. Leere Drohungen vermeiden

Nicht ernst gemeinte Drohungen der Kündigung zeugen nicht von Selbstwertgefühl - weil man seinen eigenen Wert ja noch nicht mal zu kennen scheint. Stattdessen sollten Sie nach einem Arbeitgeber suchen, der Gleichstellung zwischen Mann und Frau wirklich lebt und fördert.

8 Tipps für die Gehaltsverhandlung

1. Bereiten Sie den Termin gezielt vor

Gute Leistungen sind das beste Argument für eine Gehaltserhöhung. Bereiten Sie das Gespräch daher gezielt vor, indem Sie Ihren Chef spätestens zwei Monate vor dem eigentlichen Termin um ein Feedbackgespräch bitten. Sprechen Sie im Rahmen des Feedbackgesprächs über Ihren Beitrag zum Unternehmenserfolg. Wenn der Chef Ihre Leistungen lobt, ist das die beste Grundlage für Ihre spätere Gehaltsforderung.

2. Wählen Sie den richtigen Ansprechpartner

In der Regel ist Ihr Fachverantwortlicher der passende Ansprechpartner, wenn es um die Gehaltsverhandlung geht. Er allein kann Ihre Leistung korrekt beurteilen. Die Personalabteilung agiert hier meist nur im Hintergrund, etwa indem sie Ihrem Vorgesetzten ein Budget vorgibt, in dessen Rahmen sich die Erhöhung abspielt. Manchmal ist ein Vertreter der Personalabteilung als Verhandlungspartner an der Seite des Fachverantwortlichen beim Gespräch anwesend.

3. Bestimmen Sie einen passenden Zeitpunkt

Die Wahl des richtigen Zeitpunktes kann über den Ausgang Ihrer Verhandlung entscheiden. Ungünstig sind Zeiten, in denen Ihr Unternehmen im Speziellen oder die Branche allgemein wirtschaftlich schlecht aufgestellt ist. Auch wenn die entspannte Atmosphäre dazu verleiten mag, sind Firmenfeste für ein solches Gespräch absolut tabu. Ebenfalls unprofessionell: den Chef im Aufzug, auf dem Büroflur oder bei ähnlichen Gelegenheiten quasi zwischen Tür und Angel in ein Gehaltsgespräch zu verwickeln.

4. Bringen Sie passende Argumente an

Versetzen Sie sich in die Lage des Arbeitgebers: Für ihn zählt einzig und allein, welchen Beitrag Sie zum Erfolg des Unternehmens leisten können. Danach sollte Ihre Argumentation ausgerichtet sein. Machen Sie deutlich, wie wertvoll Sie für das Unternehmen sind. Vermeiden Sie hingegen Argumente, die rein persönlicher Natur sind. Natürlich beeinflussen private Umstände wie eine hohe Miete oder der Jobverlust des Partners die finanziellen Bedürfnisse. Für den Verhandlungspartner spielen derlei Dinge aber keine Rolle.

5. Setzen Sie ein konkretes Ziel

Überlegen Sie sich noch vor dem Vorstellungsgespräch, wie hoch Ihr Gehaltswunsch ausfallen soll. Ihr Verhandlungspartner wird Sie dazu auffordern, eine konkrete Zahl zu nennen. Bewerbern dient der Verdienst in der aktuellen Position plus Betrag X als Orientierung. Erkundigen Sie sich im Vorfeld der Verhandlung, welchen Verdienst Sie in der entsprechenden Branche und Region erwarten können.

6. Schätzen Sie den eigenen Wert richtig ein

Die Gehaltsverhandlung dient Ihrem Gegenüber auch dazu herauszufinden, ob Sie Ihren eigenen Wert realistisch einschätzen und sich selbst entsprechend vermarkten können. Zu hohes Pokern kann sich dabei sehr negativ auswirken. Schließlich sollte es bei der Gehaltsverhandlung nicht zugehen wie auf einem Basar.

7. Treten Sie selbstsicher auf

Machen Sie sich den Wert Ihrer Leistungen im Vorfeld des Gesprächs bewusst. Stapeln Sie beim Gehaltswunsch zu tief, hat dies denselben Effekt wie eine deutlich zu hoch angesetzte Vorstellung. Ein unrealistischer Verhandlungseinstieg vermittelt Ihrem Chef den Eindruck, dass Sie sich selbst nicht richtig einschätzen können. Und im Zweifel wird sich Ihr Gegenüber ohnehin für den besten Kandidaten entscheiden, und nicht für den mit dem niedrigsten Gehaltswunsch. Extra-Tipp: Für eine nette Atmosphäre sorgt ein ein kurzer Small-Talk, bevor es zur Sache geht.

8. Bewerber sollten abwarten

Auch wenn die Frage nach der Bezahlung beim Antritt einer neuen Stelle meist zentral ist, ist es nicht ratsam, im Vorstellungsgespräch gleich mit der Tür ins Haus zu fallen. Warten Sie geduldig ab, bis Ihr potenzieller Arbeitgeber das Thema von sich aus anspricht. Wurden Sie noch nicht in der Stellenanzeige aufgefordert, Ihre Gehaltsvorstellung im Rahmen der Bewerbung anzugeben, so wird eine entsprechende Frage spätestens nach dem zweiten Gespräch mit dem Personalentscheider folgen.>


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2.12.2014: Dunkle Arbeitsplätze und Arbeitsplätze ohne Fenster verursachen Stress und Schlafstörungen

aus: Gulli online: Dunkle Arbeitsplätze verursachen Stress und Schlafstörungen; 2.12.2014;
http://www.gulli.com/news/25249-dunkle-arbeitsplaetze-verursachen-stress-und-schlafstoerungen-2014-12-02

<Wer während der Arbeitszeit überwiegend Kunstlicht ausgesetzt ist, läuft Gefahr, Schlafstörungen und Depressionen zu entwickeln.

Fensterlose Büros können ein gesundheitliches Risiko darstellen, wie die Ergebnisse einer neuen Studie nahelegen. Demnach fördert ein Mangel an natürlichem Licht während der Arbeitszeit die Produktion des Stresshormons Cortisol und verursacht in der Folge depressive Verstimmungen. Auch auf die Schlafqualität hat die tägliche Portion Licht einen entscheidenden Einfluss.

Wissenschaftler haben in einer Studie zum Einfluss des Tageslichts während der Arbeitszeit aufgezeigt, dass Büros ohne Fenster Symptome sowohl auf physiologischer als auch psychologischer Ebene hervorrufen und das individuelle Wohlbefinden sowie die Schlafqualität beeinträchtigen können. Sie untersuchten dazu die Melatonin- und Cortisol-Konzentration bei insgesamt 20 Versuchsteilnehmerinnen und zeigten auf, dass ein Mangel an natürlichem Licht zu einer erhöhten Cortisol-Ausschüttung führt und das Melatonin-Level herabsenkt. Zu wenig Melatonin ist mit Schlafstörungen assoziiert, während ein erhöhter Cortisol-Pegel mit depressiven Symptomen einhergeht. Die Frauen wurden in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Hälfte war natürlichen Lichtbedingungen während der Arbeitszeit ausgesetzt, die andere Hälfte saß in fensterlosen Büros. Sie alle trugen über sieben Tage eine Actiwatch, die stets das Umgebungslicht maß und mit deren Hilfe ihr Aktivitäts-Level aufgezeichnet wurde. Es zeigte sich, dass alle Teilnehmerinnen ein ähnliches Aktivitätsmuster hatten. Am Ende der Testphase gaben die Frauen eine Speichelprobe zur Messung der Hormonkonzentration ab und beantworteten mehrere Fragebögen zur Einschätzung ihrer Schlafqualität und ihres psychischen Befindens. Diejenigen Teilnehmerinnen, die in Büros ohne Fenster arbeiteten, wiesen ein höheres Level des Stresshormons Cortisol auf. Gleichzeitig lag ihr Melatonin-Level am Abend niedriger als derer, die in Tageslicht-Büros saßen. Entsprechend berichteten sie von einer verminderten Schlafqualität und leichten, depressiven Verstimmungen.

Symptome ähnlich wie bei der Winterdepression

Der circadiane Rhythmus des Menschen – sein Schlaf-Wach-Rhythmus also – wird wesentlich durch den täglichen Lichtzyklus bestimmt. Im Zuge der Industrialisierung haben wir uns jedoch von einem durch die Sonnenzeit festgelegten Tagesrhythmus hin zu einer durch soziale Zeitinformationen bestimmten Tagesorganisation entwickelt. Dies hat Auswirkungen auf die Physiologie einschließlich des Hormonhaushalts ebenso wie auf die Psychologie und ist insbesondere im Falle von Schichtarbeitern zu beobachten. Eine verminderte Schlafqualität ist nur eines der Symptome, unter denen Betroffene oft zu leiden haben. Aber auch beim Jetlag oder jahreszeitlich bedingtem Lichtmangel spielt ein zu geringer Melatonin-Pegel eine Rolle.

Forscher des Interdepartmental Neuroscience Program an der Northwestern University von Chicago hatten zudem bereits in einem früheren Versuch aufgezeigt, dass ein starker Zusammenhang besteht zwischen der Menge an Tageslicht am Arbeitsplatz sowie der Schlafqualität, Leistungsfähigkeit und dem allgemeinen Wohlbefinden. Ihren Erkenntnissen zufolge zeigte sich die Korrelation auch in der Schlafdauer, denn Personen in fensterlosen Büros schliefen in der Nacht im Durchschnitt 46 Minuten weniger als Teilnehmer, die unter Tageslicht-Bedingungen arbeiteten. Dennoch können die Ergebnisse auch der neuen

Studie als Wegweiser dienen, Arbeitsplätze künftig entsprechend dem natürlichen Lichtbedürfnis zu gestalten und die Erkenntnisse als Präventionsmaßnahme am Arbeitsplatz zu nutzen. /kk>


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7.11.2014: Überstunden und Nachtarbeit macht auf Dauer dumm

aus: Kölner Express online: Überstunden & Nachtarbeit Diese Jobs machen auf Dauer blöd;
http://www.express.de/karriere/ueberstunden---nachtarbeit-diese-jobs-machen-auf-dauer-bloed,21106954,28965098.html

<
Manche Arbeiten sind geistig anstrengender als andere, das ist klar. Aber es gibt Jobs, die uns regelrecht dumm machen können, zeigen Studien. Wer ist gefährdet, und können Berufstätige vorbeugen?

Mehrere Studien zeigen, dass unregelmäßige Arbeitszeiten und Nachtarbeit auf Dauer zu Geschwüren, Herzkrankheiten, Diabetes, Übergewicht und bestimmten Krebsarten führen können. Auch das Risiko für Arbeitsunfälle ist bei Schichtarbeitern erhöht. Über die Auswirkungen auf die kognitiven Fähigkeiten war bislang wenig bekannt.

Jetzt stellt sich heraus: Jahrelange Schicht- und Nachtarbeit verringert sogar die Gedächtnisleistung und das Denkvermögen. Bei Menschen, die mehr als zehn Jahre unregelmäßigen Arbeitszeiten ausgesetzt waren, nähmen die kognitiven Fähigkeiten deutlich schneller ab als bei anderen Berufstätigen, berichtet das US-Fachmagazin „Occupational and Environmental Medicine“ in Bezug auf eine aktuelle Studie.

Betroffen seien insbesondere Menschen, die länger als zehn Jahre Schichtarbeit leisteten, erklärte Studienleiter Jean-Claude Marquié vom Forschungsinstitut CNRS in Toulouse. Diese Belastung entspreche einem Alterungsprozess von zusätzlich sechseinhalb Jahren. Mindestens fünf Jahre dauere es, sich nach dem Ausscheiden aus dem Schichtdienst davon zu erholen. Allerdings müssten die Ergebnisse noch in anderen Studien bestätigt werden. Getestet wurden 3000 Berufstätige aus Südfrankreich, die in verschiedenen Branchen arbeiteten.

Tipp: Bessere Betreuung, späterer Arbeitsbeginn

Studienleiter Marquié schlug eine besondere medizinische Betreuung für Schichtarbeiter sowie arbeitnehmerfreundlichere Dienstpläne vor. Dabei könne es schon helfen, anstatt um 4.00 Uhr morgens zwei Stunden später zu beginnen. Kann ein Schichtarbeiter aus gesundheitlichen Gründen keine Nachtdienste mehr leisten, so ist er deswegen nicht arbeitsunfähig. Vielmehr müsse der Arbeitgeber die Arbeit möglichst so organisieren, dass der Betroffene nur tagsüber eingesetzt werde, entschied das Bundesarbeitsgericht in Erfurt im Fall einer Krankenschwester.

Jobs mit vielen Überstunden

Auf Dauer kann auch durch zu viel Mehrarbeit die Intelligenz abnehmen. Zu dem Ergebnis kommt eine Gruppe internationaler Forscher in einer Studie, die im American Journal of Epidemiology erschien. Die Wissenschaftler haben fünf Jahre lang über 2200 Angestellte aus England beobachtet. So wollten sie den Zusammenhang zwischen Arbeitszeit und Gedächtnisleistung beurteilen. Getestet wurde zum Beispiel das Kurzzeitgedächtnis.

Das Ergebnis: Verglichen mit Angestellten, die unter 40 Stunden arbeiten, schneiden die Überstunden-Junkies mit einer Wochenarbeitszeit von mehr als 55 Stunden deutlich schlechter bei Vokabeltests und auch im Intelligenztest ab. Wer überarbeitet ist, der argumentiert also auch schlechter. Lange Arbeitszeiten erhöhen damit bei Berufstätigen mittleren Alters das Risiko für eine abnehmende Gedächtnisleistung.

Tipp: Nicht zu lange am Stück arbeiten

Arbeitgeber wie Arbeitnehmer sollten die Arbeitszeit in einem vernünftigen Rahmen halten und möglichst die Ruhezeiten ausdehnen. Früher galt eine Arbeitsbelastung von acht Stunden am Tag als problemlos - doch heute ist die Belastung in manchen Berufen viel intensiver. Und je länger man am Block arbeitet, desto länger ist auch die Erholungszeit, die man braucht. Also sollten Berufstätige lieber einmal mehr eine Pause machen und kurz abschalten.

Jobs, die einen unterfordern

Das Burnout-Syndrom ist altbekannt. Viele Menschen sind im Job überlastet. Aber auch Unterforderung und Langeweile können Stress verursachen - und krank machen. Das sogenannte Boreout-Syndrom betrifft häufig Verwaltungs- oder Dienstleistungsjobs, in denen Aufgaben wegrationalisiert oder durch Software erledigt werden. Experten zufolge trifft es vor allem Beamte, die Finanzindustrie und Bürojobs.

Der gemeinnützige Verein Burnoutproud nennt eine Abnahme der kognitiven Fähigkeiten als ein mögliches Symptom für Boreout: Konzentration, Aufmerksamkeit und Denkvermögen lassen nach. „Betroffene sind in Bezug auf ihre Aufgabe kaum noch motiviert“, beschreiben die Experten eine Folge chronischer Langeweile im Job.

Tipp: Anspruchsvolles Hobby suchen

Leiden Arbeitnehmer im Job an permanenter Unterforderung, sollten sie sich in schweren Fällen von Boreout am besten professionelle Hilfe suchen. Experten raten Betroffenen vor allem zum rechtzeitigen Dialog mit dem Arbeitgeber. Ist die Situation nicht so dramatisch, kann ein anspruchsvolles Hobby für Ausgleich sorgen. „Berufstätige können etwa eine neue Sprache lernen“, sagt Annekatrin Hoppe, Professorin für Arbeitspsychologie an der Humboldt-Universität in Berlin. Denn das Lernen in der Freizeit fordere den Intellekt des Arbeitnehmers heraus und kompensiere die Unterforderung im Job. Wer keine Fremdsprachen mag, könne sich auch neue Eindrücke im Museum suchen oder sich einer anspruchsvollen Sportart widmen.

Weitere Tipps, wie Sie im Job geistig fit bleiben, lesen Sie auf der nächsten Seite.

http://www.express.de/karriere/ueberstunden---nachtarbeit-diese-jobs-machen-auf-dauer-bloed,21106954,28965098,item,1.html

Aus Sicht der Intelligenzforschung ist es grundfalsch, sich ganz auf seine Routine und die jahrelange Berufserfahrung zu verlassen. „Das kann jahrzehntelang funktionieren. Aber wenn man dann plötzlich eine neue Maschine bedienen soll, wird das zum Problem“, sagt Karl Josef Klauer, emeritierter Professor für Erziehungswissenschaft von der Universität Aachen. Wenn man jahrelang immer die gleichen Aufgaben erledige, verliert das Gehirn die Fähigkeit, Lösungen für neue Probleme zu entwickeln. Spätestens ab dem 50. Geburtstag beschleunige sich diese Entwicklung rapide.

Dagegen helfe es auch nicht, Gehirnjogging zu betreiben oder Kreuzworträtsel zu lösen. „Entscheidend ist ganz allein das induktive Denken - also Regelmäßigkeiten und Gesetzmäßigkeiten zu erkennen.“ In Klauers Buch „Denksport für Ältere“ ist zum Beispiel ein Tisch abgebildet, auf dem für ein Menü Teller, Gläser und Besteck eingedeckt sind. Doch an jedem Platz fehlt genau ein Teil, das der Betrachter finden soll. „Solche Übungen, bei denen man Strukturen erkennen muss, sind erwiesenermaßen nachhaltig.“

Austausch mit Menschen hält jung

Doch das allerbeste Gehirntraining sei letztlich das Leben selbst, findet Spitzer. Mit Menschen zu reden, gemeinsam über etwas nachzudenken und aktiv zu sein, halte das Gehirn nachhaltig auf Trab. „Ganz praktisch: Schaffen sie sich einen Enkel an oder leihen sie sich einen aus“, rät der Professor. „Junge Menschen stellen viele Fragen - und das ist die beste Vorbeugung gegen geistigen Abbau.“

Zudme sollten Beschäftigte im Job nach Herausforderungen greifen, wenn sie sich ihnen anbieten, erklärt Götz Richter. Er forscht zum Thema demografischer Wandel in der Arbeitswelt bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (Baua). „Klar macht es Stress, wenn ich in der Firma die Tätigkeit wechseln muss“, sagt Richter. Doch gerade jene, die als Vorreiter solche Herausforderungen annehmen, bleiben geistig flexibel.

Um möglichst lange erwerbstätig sein zu können, müssten Mitarbeiter außerdem auf ihre Gesundheit achten. Das Rad statt den Bus zur Arbeit zu nehmen - solche Alltäglichkeiten zahlten sich auf Dauer aus. (gs, mit Agenturmaterial von dpa und AFP)>


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Deutschland 17.12.2014: <Frostiges Büro: Ab welcher Temperatur ist es zu kalt im Büro?> - die Temperaturen von 12 bis 20 Grad für verschiedene Arbeiten

aus: Kölner Express online; 17.12.2014;
http://www.express.de/karriere/frostiges-buero--ab-welcher-temperatur-ist-es-zu-kalt-im-buero-,21106954,29347144.html

<Von

Wenn die Büro-Heizung nicht richtig funktioniert oder die Kollegen dauernd lüften wollen, holt man sich schnell eine Erkältung. Wie ist es rechtlich: Welche Temperaturen müssen Arbeitnehmer aushalten?

Alle Jahre wieder stellen sich ab Dezember Arbeitnehmer diese Frage: Muss ich im Büro eigentlich so frieren? Egal, ob wegen schlechter Isolierung, kaputten Fenstern, defekten Heizungen und Lüftungs-wütigen Kollegen - das Tiefkühltruhen-Büro nervt.

In den „Technischen Regeln für Arbeitsstätten“ sind Mindesttemperaturen formuliert, je nach Job zwischen 12 und 20 Grad Celsius. Faustformel: Je körperlich schwerer die Arbeit ist, desto niedriger ist die Mindesttemperatur. Allerdings lassen sich diese Werte arbeitsrechtlich kaum durchsetzen, sie dienen lediglich als Orientierung.

Die Mindesttemperaturen im Überblick

20 Grad: Sitzende Tätigkeit ohne körperlichen Einsatz (Büroarbeit)

19 Grad: Leichte stehende, gehende oder mittelschwere sitzende Beschäftigung (leichte handwerkliche Tätigkeiten)

17 Grad: Mittelschwere stehende oder gehende Tätigkeiten (Montage-Jobs)

12 Grad: Schwere stehende oder gehende Arbeiten (Tragen von Lasten)

Im gleichen Absatz wird zudem erklärt, wie die Temperatur zu messen ist: Man nimmt ein „strahlungsgeschütztes Thermometer“ und prüft die Temperatur stündlich in einer Höhe von 60 Zentimetern (sitzender Job) oder 110 Zentimetern (stehender Job). „Dementsprechend schwierig gestaltet sich auch die Beweisbarkeit“, meint Michael Henn, Anwalt für Arbeitsrecht aus Stuttgart.

Um konzentriert arbeiten zu können, liegt die Raumtemperatur im Büro am besten zwischen 20 und 22 Grad. Darauf weist Karin Müller hin, Expertin für betriebliches Gesundheitsmanagement beim TÜV Rheinland. Ist es deutlich wärmer oder kälter, kann es Arbeitnehmern unter Umständen schwerfallen, sich zu konzentrieren.

Rückbehaltungsrecht geltend machen

„Sollte die Heizung im Büro kaputt sein, und der Arbeitgeber kümmert sich nicht um die Reparatur, könnte der Arbeitnehmer irgendwann sein Rückbehaltungsrecht geltend machen und zu Hause bleiben“, erklärt Henn. „Dafür muss aber mehrfach auf den Zustand im Büro hingewiesen worden sein, ohne dass sich etwas daran geändert hat.“ Doch in der Praxis passiere so etwas nur extrem selten. „Der Arbeitgeber könnte den Angestellten dann abmahnen, wenn er unentschuldigt fehlt“, so der Experte. So etwas wie „kältefrei“ gibt es demnach nur theoretisch.

Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung Vienenburg (Niedersachsen) haben es allerdings schon einmal erlebt. Bei Außentemperaturen von knapp 13 Grad unter Null war dort an einem Wintertag die Heizung komplett ausgefallen. Zwar kamen die Angestellten morgens ins Büro, doch das Thermometer kletterte im Gebäude nur knapp über den Gefrierpunkt. Die Bürgermeisterin hatte kurz darauf ein Einsehen und schickte ihre zitternden Mitarbeiter nach Hause.>

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