Kühlschrank ohne Strom am
13.7.2025: 1) Nischen in Nordwänden - 2) Küche
in Nordwand - 3) Keller - 4) Afrikanischer
Mini-Kühlschrank mit 2 Töpfen, Sand, Wasser und
Tuch: Lebensmittel lagern ohne Kühlschrank – so
geht’s
https://www.epochtimes.de/vital/ernaehrung/lebensmittel-lagern-ohne-kuehlschrank-so-gehts-a5173560.html
Katharina Morgenstern -
Strom aus, Panik an, Essen verdorben? Das muss
nicht sein. Mit einfachen Tricks zum Nachmachen
können leicht verderbliche Lebensmittel sogar an
heißen Sommertagen ohne Kühlschrank sicher
gelagert werden.
Seit Jahrhunderten
kühlen Menschen ihre Nahrung ohne Strom.
Bei Stromausfall
halten moderne Kühl- und Gefrierschränke Lebensmittel
einige Stunden bis maximal Tage kalt.
Erdreich und
Verdunstung erzielen auch an heißen Sommertagen
einstellige oder niedrige zweistellige Temperaturen.
Wie selbstverständlich gehen
wir heute zu dem großen, brummenden, kühlenden Gerät in
der Küche, um den schnell verderblichen Teil unseres
Einkaufes zu verstauen. Doch der Kühlschrank ist eine
neuzeitliche Erfindung, die kurz nach ihrer Entwicklung
die Lebensmittellagerung revolutionierte – und unsere
Lebensweise entscheidend veränderte.
Heute sind wir es gewohnt,
dass die elektrischen Geräte 24 Stunden am Tag und 365
Tage im Jahr unsere Nahrung frisch halten. Sollte jedoch
einmal der Strom ausfallen oder kein Kühlgerät zur
Verfügung stehen, wird es vielen Menschen angst und bange.
Über Jahrhunderte hinweg war das indes kein Grund zur
Sorge.
Die Menschen nutzten seit
Jahrhunderten kühle Orte wie Keller zum
Aufbewahren von Lebensmitteln.
Foto:
ANDA MIKELSONE/iStock
Cool in
stromlosen Zeiten
Bereits lange vor der
Erfindung der Elektrizität wussten die Menschen nicht nur,
einen kühlen
Kopf zu bewahren. Der älteste Nachweis für
absichtliches Kühlen von verderblichem Essen stammt aus
der Steinzeit, in der Fleisch erfolgreich bei eisigen
Temperaturen in
steinerne Speisekammern gelegt oder in
Seen und Teichen versenkt und so konserviert
wurde. Da diese Methoden nicht ungefährlich sind,
entwickelten Menschen im Laufe der Zeit weitere
Konservierungsverfahren wie Pökeln,
Räuchern,
Trocknen
oder Einkochen.
Im Mittelalter
waren die Häuser an ihrer sonnenabgewandten, kühleren
Nordseite mit Nischen ausgestattet, in denen die Bewohner
ihre Lebensmittel bevorzugt aufbewahrten. Dieser nützliche
Effekt kam auch Hunderte Jahre später in französischen
Häusern zum Einsatz.
Eine Nische in der Wand,
vornehmlich auf der Nordseite des Hauses, bietet
gute Voraussetzungen für ein stromloses
Kühlregal.
Foto:
Kateryna Kukota | iStock
Auch hier war die
Küche nach Norden ausgerichtet – einschließlich
ihres Fensters, unter dem eine Art „Kühlregal“ eingebaut
war. Lamellen an der Außenwand, die die Rückseite des
Regals bildeten, sorgten für eine kühle
Luftzirkulation. Noch heute kann dieser natürliche
Vorteil gezielt und leicht
zur Lagerung von verderblichen Lebensmitteln genutzt
werden.
Was tun,
wenn dem Kühlschrank der Strom ausgeht?
Einen kurzzeitigen Stromausfall
verkraften heute alle modernen Geräte. In der Regel halten
die Apparate Lebensmittel problemlos einen halben Tag kühl
– gut isolierte Geräte schaffen sogar einen Tag und mehr.
Um im Ernstfall das Maximum
aus seinem Kühl- oder Gefrierschrank herauszuholen, gilt
jedoch grundsätzlich: Erst überlegen, dann öffnen. Je
schneller mögliches Essen entnommen und das Gerät wieder
geschlossen wird, desto weniger Kälte entweicht. Ebenfalls
hilfreich ist es, den Raum kühl zu halten und
gegebenenfalls direkte Sonneneinstrahlung auf den
Kühlschrank durch Zuziehen von Vorhängen zu vermeiden.
Sollte die Zeit schneller
verstreichen, als der Strom zurückkehrt, können die
Lebensmittel in andere Räumlichkeiten wie den Keller
umziehen. Dabei sollte sie darauf achten, dass die
Temperatur unter 8 Grad Celsius liegt und sich der Keller
hygienisch für eine Lagerung eignet. Staub und Schmutz
können durch das Einpacken der Lebensmittel kompensiert
werden, während eine Lagerung bei Schimmel,
Staunässe und in der Nähe von Gefahrstoffen wie Heizöl
oder Farben vermieden werden sollten.
In
der kalten Jahreszeit können Lebensmittel auch auf
dem Balkon, der Terrasse oder im
Garten gelagert werden. Dabei sollten
sonnengeschützte Plätze gewählt und die Lebensmittel in
gut verschlossenen Boxen sicher vor Tieren aufbewahrt
werden. Für eine Lagerung an warmen
Sommertagen eignen sich dagegen die folgenden zwei
Tipps.
Erdkühlschrank
leicht gemacht
Jeder kennt dieses angenehme
Gefühl, an heißen Tagen in den Keller zu gehen: Stufe für
Stufe gehen auch die Temperaturen runter. Entsprechend ist
das Lagern der Lebensmittel tief im kühlen Boden fernab
von Sonnenlicht und Hitze eine effiziente Idee.
Wer keinen Keller, aber dafür
einen Garten hat, kann sich mit einfachen Mitteln einen
Erdkühlschrank anlegen. Um die Temperaturen eines
elektrischen Kühlschranks zu erzielen, müsste die
Erdvariante in rund 2 Metern Tiefe angelegt werden. Dann
könnten hier problemlos frisches
Fleisch und Wurst gelagert werden. Allerdings ist
dies ein sehr umfangreiches Projekt und kommt für viele
daher nicht infrage.
Ein Erdkeller bietet bei
ausreichender Tiefe ganzjährig gleichbleibende
Temperaturen unter 10 Grad Celsius, ist aber
meist ein größeres Bauprojekt.
Foto:
Sanya Kushak | iStock
Legt man jedoch einen
Erdkühlschrank am passenden Ort in nur 1 Meter Tiefe an,
können dort im Sommer bei niedrigen zweistelligen
Temperaturen Eier
und Milchprodukte
gelagert werden.
So geht’s:
Wählen Sie einen geeigneten Standort. Dieser sollte
schattig, aber unter freiem Himmel liegen, damit die
Erde nachts auskühlen kann.
Heben Sie ein 1 Meter tiefes Loch in der Größe Ihrer
Wahl aus.
Verkleiden Sie Boden und Wände mit Holzbrettern, um
das umliegende Erdreich zu stützen, oder verwenden Sie
fertige Holzkisten. Alternativ können Sie als
„Behälter“ auch einen Mülleimer mit fest
verschließbarem Deckel verwenden.
Verpacken Sie Ihre zu lagernden Lebensmittel sicher
und legen Sie diese zusammen mit einem Thermometer zum
Kontrollieren der Innentemperatur in den
Erdkühlschrank.
Legen Sie eine stabile, idealerweise hölzerne
Abdeckung zum Schutz für Tier, Mensch und Essen über
das Loch.
Minikühlschrank
für jedermann
Wer keinen Garten zur
Verfügung hat, kann sich dennoch einen Minikühlschrank
bauen – in Form eines sogenannten „Zeer-Topfes“. Dieser
Wüstenkühlschrank aus zwei ineinander gestapelten Töpfen
ist eine uralte Kühlmethode aus Afrika
und basiert auf dem Prinzip der Verdunstungskühlung.
Dieser Kühlschrank kann
überall in den eigenen vier Wänden aufgestellt werden.
Wichtig ist jedoch, dass stets für genügend Wasser zum
Verdunsten gesorgt wird, gut durchlüftet wird und trockene
Luft vorliegt. Ist die Luftfeuchtigkeit zu hoch,
verdunstet weniger Wasser und die Kühlwirkung bleibt aus.
Je nach Größe der Töpfe
können bei sorgfältiger Feuchthaltung nicht nur Obst
und Gemüse, sondern auch Milchprodukte, Eier,
Aufschnitt und Fleisch darin gelagert werden. Die
Lebensmittel halten sich hier bei niedrigen zweistelligen
Temperaturen mehrere Tage.
So geht’s:
Suchen Sie sich einen kleineren Topf in gewünschter
Größe als Lagergefäß sowie einen größeren Übertopf –
der Abstand zwischen beiden sollte 1 bis 3 Zentimeter
betragen. Beide Gefäße sollten aus nicht glasierter
Terrakotta sein.
Sollte ein Loch im Boden der Gefäße sein,
verschließen Sie diese wasserdicht mit Korken oder
Ähnlichem.
Füllen Sie das große Gefäß mit ein wenig Sand und
stellen Sie den kleineren Topf gerade hinein. Die
Ränder der beiden Gefäße sollten bündig abschließen.
Jetzt den Spalt zwischen den Gefäßen bis einen
Zentimeter unter dem Rand mit Sand verfüllen.
Übergießen Sie den Sand vorsichtig mit kaltem
Wasser. Wiederholen Sie diesen Vorgang so
oft, bis dieser kein Wasser mehr aufnimmt.
Tränken Sie ein Handtuch oder Geschirrtuch aus
Leinen mit kaltem Wasser und legen Sie den feuchten
Stoff über die Öffnung des kleineren Gefäßes.
Warten Sie einige Stunden, bis das Innere des Topfes
ausreichend abgekühlt ist. Legen Sie erst dann die
Lebensmittel zusammen mit einem Thermometer in den
Topf und decken Sie es mit dem feuchten Tuch ab.