Anmeldungen gestartet: Digitale
Landwirtschaft: Neuer Masterstudiengang an der
unibz
https://www.suedtirolnews.it/wirtschaft/digitale-landwirtschaft-neuer-masterstudiengang-an-der-unibz
Von: mk
Bozen – Die Anmeldungen für den neuen
einjährigen Master der Grundstufe in
Technologien der digitalen Landwirtschaft, ein
hochspezialisiertes Ausbildungsprogramm, haben
begonnen. „Auch die Landwirtschaft steht vor den
Herausforderungen der digitalen Innovation. Mit
diesem Studiengang möchten wir lokale
Unternehmen und Fachkräfte darin unterstützen,
auf dem neuesten Stand zu bleiben und die
Vorteile neuer Technologien optimal zu nutzen“,
so Studiengangsleiter Prof. Andreas Gronauer.
Der Master wird über das
NextGenerationEU-Programm finanziert.
Der rasche technologische Wandel betrifft
sämtliche Bereiche. Auch in der
landwirtschaftlichen Produktion und Technik sind
Themen wie digitale Innovation für ökologische
und ökonomische Nachhaltigkeit und der Einsatz
von Künstlicher Intelligenz unumgänglich. Die
unibz bekräftigt ihr Engagement zur Ausbildung
von Fachkräften, die die Zukunft der
Landwirtschaft durch Innovation und nachhaltige
Strategien gestalten. Der über das
NextGenerationEU-Programm finanzierte
Masterstudiengang ist eine Spezialisierung für
Studierende mit einem Hochschulabschluss. Es
zielt darauf ab, Experten in den Bereichen
Landmaschinen, Beratung und digitales Management
in der Landwirtschaft auszubilden, um die Lücke
zwischen technologischer Innovation und dem
Bedarf an neuen Kompetenzen zu schließen. Der
dreisprachige, interdisziplinäre Studiengang mit
starkem Praxisbezug bietet eine fundierte
technische und wissenschaftliche Basis mit Fokus
auf Präzisionssysteme und digitale Technologien
in der Pflanzenproduktion und Tierhaltung, mit
besonderem Augenmerk auf Nachhaltigkeit und die
spezifischen Anforderungen der Berggebiete.
„Das Masterstudium ergänzt die Grundausbildung
und konzentriert sich dabei auf die
Herausforderungen der digitalen Landwirtschaft.
Zu den Ausbildungszielen gehören
Schlüsselbereiche wie Präzisionslandwirtschaft,
intelligentes Management von
Pflanzenschutzbehandlungen im Pflanzenbau,
digitale Technologien in der Landwirtschaft und
nachhaltige Praktiken“, erklärt
Studiengangsleiter Prof. Andreas Gronauer.
„Weitere Themen sind Sensortechnologie,
Positionierungssysteme und die Bewertung von
intelligenten Landwirtschaftsmethoden. Auch
landwirtschaftliche Rechtsvorschriften und
nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken werden
behandelt, wobei der Schwerpunkt auf Prävention
und Effizienz liegt.“ Der Master der Grundstufe
in Technologien der digitalen Landwirtschaft ist
in fünf Hauptmodule gegliedert und umfasst
Vorlesungen, praxisorientierte Laboreinheiten,
Exkursionen und die Ausarbeitung einer
Abschlussarbeit. Das Studienprogramm ist so
organisiert, dass es berufsbegleitend absolviert
werden kann. Die Lehrveranstaltungen finden an
zwei Wochenenden im Monat statt, jeweils am
Freitagnachmittag und am Samstag.
Mögliche Berufsfelder
Der Master zielt darauf ab, neue Fachkräfte mit
interdisziplinären Kompetenzen auszubilden, die
in verschiedenen Bereichen eingesetzt werden
können. Dazu gehören auch freiberufliche
Tätigkeiten als technisch-wissenschaftliche
Berater für Berufsgruppen wie Land- und
Forstwirte, Geologen, Landschaftsarchitekte und
Ingenieure. Darüber hinaus ermöglicht der
Studiengang eine Anstellung in lokalen
Institutionen und Behörden wie Gemeinden,
Provinzen und Regionen sowie Firmen in der
Landwirtschaft und den vor- und nachgelagerten
Wirtschaftssektoren. Die Absolventen können dort
ihre Expertise einbringen, insbesondere in den
technischen Strukturen nationaler Behörden und
öffentlicher Einrichtungen, die für
agrarwirtschaftliche Entwicklungsmaßnahmen
zuständig sind sowie in den Büros der
Europäischen Union und internationaler
Organisationen, wo sie in der
technisch-administrativen Unterstützung sowie in
der Beratung und Planung von
agrarwirtschaftlichen Entwicklungsstrategien
tätig sein können.
Förderungen und Stipendien
Dank der Finanzierung durch das EDIH NOI können
die Studiengebühren für Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter von Unternehmen, die bestimmte
Voraussetzungen erfüllen, um bis zu 70 Prozent
reduziert werden. Um diese Unterstützung zu
beantragen, muss bei der Bewerbung eine vom
Unternehmen unterzeichnete Absichtserklärung
(Letter of Intent – LOI) vorgelegt werden.
Online-Informationsveranstaltung
Am Mittwoch, den 6. November um 17.00 Uhr bietet
die Studienberatung der unibz eine
Online-Informationsveranstaltung an, in der der
Studiengang vorgestellt wird und
Studieninteressierte Fragen stellen können. Für
die Teilnahme ist eine Anmeldung unter folgendem
Link erforderlich:
https://bit.ly/SmartFarmingTechnologies_Infosession_1
Weitere Informationen sind auf der Webseite des
Masters verfügbar:
https://www.unibz.it/de/faculties/agricultural-environmental-food-sciences/master-smart-farming-technologies/
Schweiz am 3.1.2025:
Industriellen Landwirtschaft mit Drohnen und
Robotern - vollautomatische Felder -
Melkroboter - Pestizid-Drohnen etc. - und
alles kann man hacken:
Schweizer Bauern setzen jetzt auf Drohnen und
Roboter
https://www.nau.ch/news/schweiz/schweizer-bauern-setzen-jetzt-auf-drohnen-und-roboter-66888162
Fototext: Drohnen+Roboter kann man hacken:
Kuh Cyberangriff melkroboter: Bei einem
Zuger Bauer kam es zu einem Cyber-Angriff auf
seinen Melkroboter. - keystone
Alexander König - Münchwilen
Das Wichtigste in Kürze
Die Technologisierung macht
auch in der Schweizer Landwirtschaft nicht Halt.
Immer mehr Bauern nutzen
Melkroboter und Drohnen.
Manche Schweizer Bauern
bangen jedoch um traditionelle Werte.
Drohnen gibt es schon lange. Als Spielzeug, im
Krieg, und jetzt sogar in der Landwirtschaft.
Aber von Anfang an: Der erste dokumentierte
Einsatz einer Drohne – damals ein Ballon – fand
1849 statt. Damals regte der österreichische
Militär-Experte und Erfinder Franz Uchatius an,
Bomben über Venedig abzuwerfen. Per Definition
sind Drohnen nämlich nichts anderes als
unbemannte Luftfahrzeuge.
Fakt ist: Die erste als «Spielzeugdrohne»
bezeichnete Erfindung stammt aus dem Jahr 1920
und wurde von Etienne Omnichen entwickelt. 1936
wurden Drohnen erstmals militärisch als
Zielhilfen eingesetzt. Damit etablierte sich der
Begriff auch im militärischen Kontext.
[Drohnen sprayen giftige
Pestizide an steilen Lagen]
Drohnen in der Landwirtschaft
Heute finden Drohnen sogar in der Landwirtschaft
ihren Nutzen, wie ein Bericht der «NZZ» zeigt.
So zum Beispiel bei Adrian Hohl und Martin
Germann von der Agrargenossenschaft Landi
Weiland. An manche Weinstöcke in steilen Lagen
kommen Weinbauern nur mit grosser Mühe heran.
Vor sechs Jahren schafften sie Abhilfe, indem
sie diese Lagen mit kleinen Drohnen besprühten.
Technologisierung in der Landwirtschaft: ein
Segen?
Urs Niggli, Leiter des Instituts für
Agrarökologie in Aarau, sagt zur Zeitung: «Die
digitalen Technologien haben sich viel schneller
durchgesetzt, als ich erwartet hätte.»
[Drohnen überwachen Herden im
steilen Gelände]
Automatisierte Steuerung und digitale
Landwirtschaft
Nicht nur manuell, sondern auch vollautomatisch
können Drohnen inzwischen Felder abfliegen und
besprühen. Die Nachrichtenagentur SDA berichtete
bereits im Juli 2024, wie die unbemannten
Luftfahrzeuge Herden im steilen Gelände
überwachen.
[Industrielle Bauernbetriebe:
Eine "Future Farm" und "Smart Farming":
automatische Fotos, KI erkennt
Schädlingsbefall - KI erkennt die besten Tiere
zum Verkuppeln]
In Tänikon TG betreibt die landwirtschaftliche
Forschungsanstalt des Bundes, Agroscope, eine «Future
Farm». Gleich daneben hat die
Ostschweizer Fachhochschule (OST) ein Institut
für «Smart Farming» und andere
intelligente [und ausspionierbare und hackbare]
Systeme eröffnet. An der Eröffnung der OST
zeigte sich, so die «NZZ», wie weit die
Technologie bereits ist. Mittels
Satellitenbildern wird die Bodenbeschaffenheit
vermessen, und Künstliche Intelligenz (KI)
hilft, Schädlingsbefall zu erkennen.
Tinder für Kühe
Algorithmen berechnen sogar, welches Zuchttier
genetisch am besten zu einer Kuh passt. Doch
Drohnen sind nur ein Puzzlestück. Gigantische
Datenmengen werden von neuronalen Netzwerken
verarbeitet, um den Bauern zu unterstützen.
[Industrielle Bauernbetriebe:
KI überwacht Felder und Plantagen - Roboter
und Drohnen bringen auf KI-Befehl Wasser,
Dünger oder Pestizide - die Bauern verweigern
das teilweise]
Feld wird bewässert
So zeichnete die Universität Zürich in einer
Medienmitteilung bereits im Oktober ein
Szenario, das an Science-Fiction erinnert:
Intelligente Systeme überwachen den Zustand von
Kartoffelfeldern oder Apfelplantagen. Zufuhr von
Wasser, Dünger und sogar
Schädlingsbekämpfungsmitteln – alles
vollautomatisch!
Zwischen Effizienz und Kontrollverlust
Weniger Arbeit, gleiche oder sogar bessere
Erträge: Jubeln die Bauern? Mitnichten. Laut
Niggli empfinden viele Bauern die neuen
Technologien als «Kontrollverlust», da sie
Verantwortung an Maschinen abgeben müssen.
[Fall Melkroboter - in rund 14% der Zürcher
Milchbetriebe vorhanden]
Wenn ein Bauer sich verletzt, kann er seine
Wunde verpflegen oder einen Kollegen um Hilfe
bitten. Fällt jedoch ein Melkroboter aus, muss
ein Experte hinzugezogen werden. Selber
reparieren? Kaum möglich. Nicht nur das ist ein
Problem: Im August wurde der Melkroboter eines
Zuger Milchbauers Opfer eines Cyberangriffs! Die
Hacker fordern Lösegeld – eine Kuh stirbt.
Dennoch setzt rund jeder siebte Zürcher
Milchviehbetrieb bereits auf Melkroboter und
andere Automatisierungen.
Was Drohnen betrifft, wollen die wenigsten
Bauern selbst Hand anlegen. Eine Lizenz ist
erforderlich und nicht einfach zu bekommen.
Deshalb greifen viele auf externe Dienstleister
zurück.
Schwindende Tradition
Hinzu komme, dass die Technologisierung vieler
Bauernhöfe im Konflikt zu traditionellen
Vorstellungen steht. Das klischeehafte Bild der
Heidi, die in den Alpen Kühe melkt, wirkt
nostalgisch. Trägt sie künftig aber eine
Virtual-Reality-Brille und einen Roboter-Arm?
Die kriminelle Industrie-Landwirtschaft will
einfach keine Permakultur lernen:
https://science.orf.at/stories/3231082/
Der
Verlust fruchtbarer Böden ist ein
uraltes Problem in Mitteleuropa, zeigt eine
aktuelle Studie. Schon vor knapp 4.000 Jahren
erodierte durch Ackerbau und Weidewirtschaft
in den Alpen mehr Boden, als sich natürlich
neu bilden konnte.
Online seit heute,
13.50 Uhr
Wo immer Menschen sesshaft wurden,
veränderten sie – bewusst oder unbewusst –
ihre Umwelt ziemlich massiv. So auch in den
europäischen Alpen, wie ein Team um den
Sedimentforscher und Geochemiker William Rapuc
aktuell im Fachjournal
„PNAS“ darlegt.
Um herauszufinden, welche Auswirkungen
früheste landwirtschaftliche Aktivitäten wie
Ackerbau und Weidewirtschaft im Verlauf der
vergangenen 9.500 Jahre auf die
Bodenbeschaffenheit im Alpenraum hatten,
entnahmen die Wissenschaftler Sediment aus dem
Lac du Bourget.
Der mit seinen knapp 45 Quadratkilometer
größte natürliche See innerhalb Frankreichs
wird sowohl von Flüssen aus dem Tiefland
gespeist als auch von Gletscherwasser aus dem
Massiv des Mont Blanc. Er sei deshalb „ein
ideales natürliches Labor“, so Rapuc.
„Ideales natürliches Labor“
„Sowohl die Geschichte der Landnutzung durch
den Menschen als auch regionale bioklimatische
Schwankungen (…) sind hier gut dokumentiert“,
schreiben die Studienautoren. Anhand der
Gesteinsablagerungen aus dem Lac du Bourget
ließen sich erste bäuerliche Einflüsse auf die
Alpenböden ebenso nachvollziehen wie der
Einfluss klimatischer Veränderungen.
Vor allem zwei darin natürlich vorkommende
Isotope (Li 6 und Li 7) des Leichtmetalls
Lithium interessierten die Forscher. Ihr
Gehalt kann sowohl über die Verwitterung von
Fels als auch über die Bodenbildung Aufschluss
geben – also über das Entstehen mehr oder
minder fruchtbarer Erde. „Unsere Ergebnisse
zeigen, dass Menschen durch Ackerbau und
Weidewirtschaft nicht nur die Bodenerosion
beschleunigt haben. Sie haben auch die Natur
und das Tempo der bodenbildenden Prozesse in
den Europäischen Alpen grundlegend verändert“,
so der Geowissenschaftler.
Drei Perioden der Erosion
Diese folgenschweren Eingriffe begannen vor
etwa 3.800 Jahren. Um Hirten das Wandern mit
ihren Tierherden im Gebirge zu erleichtern,
begannen Menschen vermutlich schon damals
hochliegende Wälder zu roden und almenartige
Landschaften anzulegen. Von diesem Zeitpunkt
an bis heute konnten die Forscher jedenfalls
drei jeweils Hunderte Jahre andauernde Phasen
bestimmen, in denen in Gebirgsregionen
deutlich mehr Boden abgetragen als neu
gebildet wurde.
Die erste kennzeichnet die Periode beginnend
vor 3.800 bis vor 3.000 Jahren. Die zweite
Phase machen Rapuc und seine Koautoren im
Zeitraum vor 2.800 bis 1.600 Jahren fest. Die
dritte begann zur Zeit der spätrömischen
Antike und dauert bis heute an. Diese Periode
ist gekennzeichnet durch immer effizientere
landwirtschaftliche Techniken wie etwa Pflüge,
die einst von Nutztieren und heutzutage von
Traktoren gezogen werden.
In diesen drei Perioden dünnten Menschen
landwirtschaftlich genützte Böden so stark
aus, dass ihr Zustand wieder jenem ihrer
Entstehung vor rund 10.000 Jahren entsprach –
also der ersten Periode nach dem sukzessiven
Rückzug der einst ausgedehnten Vergletscherung
in den Alpen. „Der Beginn der
landwirtschaftlichen Aktivitäten störte das
Gleichgewicht zwischen Bodenbildung und
Erosion, was zu Erosionsraten führte, die
drei- bis zehnmal Mal schneller waren als die
Bodenproduktion seit dem Ende der Eiszeit“,
schreibt Rapuc.
Jahrtausende altes globales Problem
Um mehr über die Pflanzen- und
Tiergemeinschaften und somit das ökologische
Gefüge während dieser drei Erosionsperioden zu
erfahren, analysierten die Forscher auch die
in den Sedimenten enthaltene DNA. Schließlich
verglichen sie sämtliche gewonnene Daten mit
Ergebnissen aus anderen Regionen der Welt und
stellten fest, dass durch Menschen
beschleunigte Bodenerosion nicht überall zur
selben Zeit begann, aber dennoch ein viele
Jahrtausende altes globales Phänomen
darstellt.
Schon in einer früheren Studie
zur von Menschen verursachten Bodenerosion
seit der Bronzezeit kamen Rapuc und sein Team
zu ähnlichen Befunden. Angesichts der
vielfältigen Auswirkungen der weltweit
fortschreitenden und immer stärkeren
Ausbeutung von Böden durch landwirtschaftliche
Produktion, fordern die Autoren deshalb global
mehr in Bodenschutzmaßnahmen zu investieren.
Denn zunehmende Erosion gefährde die weltweite
Nahrungsmittelsicherheit. Zudem schrumpft die
Artenvielfalt in und auf ausgelaugten Böden.
Und auch der Wasserkreislauf und die Fähigkeit
von Böden, Kohlenstoff zu speichern, sind
massiv beeinträchtigt, wenn die
Bodenneubildung nicht mehr hinterherkommt.
https://ooe.orf.at/stories/3317181/
Alarm bei den Biohopfenbauern: Engerlinge, die bis
zu drei Jahre lang im Boden bleiben, zerstören die
Pflanzen im biologischen Anbau. Im Bezirk Rohrbach
etwa haben die Schädlinge ein Drittel einer
Anbaufläche befallen. Für die Landwirtschaft
werden die Schädlinge langfristig zur Katastrophe.
Mit rund 160 Hektar Hopfen sind Oberösterreichs
Hopfenbäuerinnen und Hopfenbauern Österreichs
Hauptlieferanten des sogenannten „grünen Goldes“.
Doch Hopfenbauer Nikolaus Starlinger aus Haslach
an der Mühl muss derzeit zusehen, wie eine
Hopfenpflanze nach der anderen abstirbt. Denn die
kleinen, unterirdischen Schädlinge – die
Engerlinge von Mai- und Junikäfern – beißen die
Wurzeln der Pflanzen ab. „Für mich ist das eine
Katastrophe, weil der Hopfen unsere
Haupteinnahmequelle ist“, sagt Starlinger.
Setzt der Hopfenbauer nun wieder Jungpflanzen, so
bringen sie erst in drei Jahren einen Vollertrag.
„Wer weiß, ob dann nicht die Engerlinge
zurückkommen“, sagt der Hopfenbauer.
„Katastrophe für die Landwirtschaft“
Ein Ende der Engerlinge scheint jedoch nicht in
Sicht, sagt Wolfgang Winkler, Landwirt aus
Herzogsdorf. „Wir haben derzeit in Oberösterreich
Gebiete, wo nur Maikäfer beheimatet sind – sie
haben einen Entwicklungszyklus von drei Jahren.
Und dann gibt es Gebiete, in denen der Junikäfer
zuhause ist. Diese Käfer haben einen
Entwicklungszyklus von zwei Jahren.“
In vielen Gebieten stoßen diese beiden Arten
bereits aufeinander, sagt Winkler. Die Folge:
„Jedes Jahr schwerste Schäden. Das wird für die
Landwirtschaft eine Katastrophe werden.“
Bio vor allem betroffen
Wer nicht auf Bio setzt, ist in diesem Fall klar
im Vorteil. Und auch die Bioproduktion ist deshalb
nicht in Gefahr. Nikolaus Starlinger bleibt jedoch
bei seiner Einstellung: „Viele fragen mich: Warum
steigst du nicht um auf konventionell. Aber ich
will meinen Kindern einmal den Hof sauber
übergeben können.“ Während daher konventionelle
Betriebe weiterhin Schädlingsbekämpfungsmittel
einsetzen, kommen bei Starlinger die Hühner zum
Einsatz.
red, ooe.ORF.at
https://www.nau.ch/news/schweiz/toggenburg-milch-in-den-bach-gelaufen-bauer-muss-blechen-67029919
Dennis Kittler - Toggenburg - Weil ihm beim
Melken etwa 120 Liter Milch in einen Bach
liefen, wurde ein Bauer gebüsst. Fische hätten
verenden können, so der Vorwurf.
Ein Toggenburger Bauer hat
versehentlich Milch in einen Bach geleitet.
Das ist verboten, weil Milch
dem Wasser Sauerstoff entzieht und Fische sterben
können.
Der Bauer muss nun 500 Franken
Busse zahlen und bekam eine bedingte Geldstrafe.
Etwa 120 Liter Milch kommen einen Toggenburger
Bauern teuer zu stehen. Sie liefen im April
versehentlich in den Mühlrütibach – doch das ist
verboten.
Per Strafbefehl wurde der Bauer zu einer Busse von
500 Franken verurteilt, berichtet das «St. Galler
Tagblatt». Eine Geldstrafe von 2400 Franken müsste
er zahlen, falls er innerhalb von zwei Jahren
erneut straffällig wird.
Der Bauer habe gegen seine Sorgfaltspflicht
verstossen, hielt ihm der Staatsanwalt vor. Denn
er hätte besser sicherstellen müssen, dass keine
Milch austritt.
Milch im Bach kann Fische töten
Was genau war passiert? Der Bauer hatte den
Absperrhahn des Milchanhängers nicht richtig
verschlossen. Deshalb floss Milch heraus und
gelangte über einen Schacht in einen nahen Bach.
Milch darf nicht in Oberflächengewässer geleitet
werden. Die Gefahr: Fische könnten ersticken, da
Milch in hoher Konzentration den Sauerstoff im
Wasser aufbraucht.
Laut «Tagblatt» konnte das aber im vorliegenden
Fall verhindert werden. Die Zeitung beruft sich
dabei auf Antonella Armirotti vom zuständigen Bau-
und Umweltdepartement des Kantons St. Gallen.
Die Feuerwehr griff rechtzeitig ein und staute den
Bach kurzzeitig, um das verschmutzte Wasser
abzusaugen.
Auch wurde frisches Wasser in den Bach
eingeleitet, um die Milch zu verdünnen.
Grossverteiler im Kanton Luzern
(Schweiz) 3.10.2025: schickt Obstbäuerin in den
Bankrott
https://t.me/standpunktgequake/209835
Eine Obstbäuerin muss 650 Apfelbäume entsorgen.
Der Grossverteiler hat kein Interesse mehr…😡
Totalverlust 😡
Sie verschenkt diese Bäumchen (4jährig) sobald die
Blätter gefallen sind.
Ca. 250 Bäumchen sind schon reserviert.
Wer Interesse hat, kann sich direkt bei Johanna
Blum, Obstbau Blum Willihof ( LU) melden. +41 76
325 33 36
Golaten (Kanton Bern, Schweiz) am
4.10.2025: Wegen 3mm Löchern in Kartoffeln kann
man sie nicht an die Grossverteiler verkaufen -
Drahtwurm:
Bauer Jan (32): «Darf 32 Tonnen essbare
Kartoffeln nicht verkaufen»
https://www.20min.ch/story/bauer-jan-32-darf-32-tonnen-essbare-kartoffeln-nicht-verkaufen-103427635
Thomas Sennhauser - Der Berner Bauer Jan Ryser
bleibt auf 32 Tonnen Kartoffeln sitzen, obwohl
sie essbar wären. Grossabnehmer verweigern die
Annahme wegen kleinster Schönheitsfehler. Nun
verkauft er sie direkt ab Hof.
Ein Berner Landwirt kann 32
Tonnen Kartoffeln nicht verkaufen.
Grossabnehmer lehnen die Ware
wegen kleiner Schönheitsfehler ab.
Ryser verkauft sie nun direkt
ab Hof, um Foodwaste zu verhindern.
Dieses Jahr meinte es das Wetter eigentlich gut
mit ihm. Die Felder von Jan Ryser (32) in Golaten
BE warfen eine reiche Kartoffelernte ab – doch der
Landwirt kann sich darüber kaum freuen. «Ich
bleibe auf 32 Tonnen sitzen», sagt er. «Obwohl 88
Prozent meiner Charge einwandfrei sind, durfte ich
sie nicht an meinen Abnehmer verkaufen.»
Abnehmer verweigern Annahme wegen kleinster
Mängel
Laut dem Berner Bauer zeigen sich die
Grossabnehmer dieses Jahr besonders unnachgiebig.
«Wenn mehr als sieben Prozent der angelieferten
Menge Drahtwürmer hat und als mangelhaft gilt,
können sie die Annahme verweigern. Dieses Jahr
wurde das rigoros umgesetzt.» Dabei gehe es oft um
winzige Schönheitsfehler. «Ein Drahtwurmloch von 3
Millimeter Tiefe reicht, um die Kartoffel als
mangelhaft zu bewerten – obwohl sie abrüstbar und
völlig geniessbar wäre», sagt Ryser. «Es ist
skandalös und himmeltraurig, dass eine so grosse
Menge an Lebensmitteln wegen solch winzigen
Mängeln verschwendet wird.»
In Jahren mit schwächeren Ernten hätten die
Abnehmer bisher kulant reagiert: «Doch weil der
Markt dieses Jahr gesättigt ist, wird alles, was
nicht perfekt aussieht, zurückgewiesen.»
Hohe Kosten, tiefer Erlös
Für die 32 Tonnen Kartoffeln hat Ryser rund 9000
Franken Produktionskosten aufgewendet – Maschinen,
Saatgut, Pflege und Ernte, Arbeitsstunden nicht
eingerechnet. «Wenn ich sie an eine Biogasanlage
abgebe, bekomme ich etwa 4500 Franken. Hätte ich
sie an einen Grossabnehmer verkaufen können, wären
es rund 15'000 Franken gewesen», sagt er.
Versuch, direkt zu verkaufen
Um die Lebensmittel nicht wegwerfen zu müssen,
verkauft Ryser seine Kartoffeln nun seit einer
Woche selbst – zehn Kilo für zehn Franken, direkt
ab Hof. Er bietet sie über die Facebook-Gruppe
«Rettet die Ernte vor dem Müll» an. «Die
Reaktionen waren sehr positiv, viele haben mir Mut
zugesprochen», erzählt er. Verkauft habe er aber
bisher erst 100 Kilo: «Für viele ist es halt
bequemer, beim Coop oder der Migros einzukaufen.»
«Bauern haben die grösste Verantwortung – aber die
kleinste Macht»
Ryser kritisiert, dass die Bauern immer weniger
mitreden können. «Die Qualitätsvorschriften werden
strenger, während uns gleichzeitig die Mittel
fehlen, Schädlinge und Krankheiten zu bekämpfen»
Die Verbände stünden zu wenig hinter den
Urproduzenten: «Wenn sich nichts ändert, wird
zukünftig bald niemand mehr von uns Jungbauern
mehr Lust haben, Kartoffeln oder generell
Lebensmittel anzubauen.»
Er fühlt sich als Produzent am schwächsten Glied
der Kette: «Wir tragen die Verantwortung von der
Knolle bis zum fertigen Produkt im Laden – aber
wir haben nichts zu sagen. Es heisst einfach
immer: Entweder du lieferst zu diesen Konditionen
– oder gar nicht.» Der Jungbauer ist froh, dass er
immerhin den Rest seiner insgesamt 150 Tonnen
geernteten Kartoffeln an Grossabnehmer verkaufen
konnte.
27.10.2025:
USA: Landwirte erleben schlimmsten
wirtschaftlichen Abschwung seit 50
Jahren
Riesige Monopole pressen die Landwirte
aus, die Insolvenzen steigen. Ein
«generationsübergreifender
Zusammenbruch» wird befürchtet.
https://transition-news.org/usa-landwirte-erleben-schlimmsten-wirtschaftlichen-abschwung-seit-50-jahren
Aldi+Lidl mit Rassismus gegen deutsche Bauern am 4.11.2025:
Es wird behauptet: Aldi und Lidl kaufen keine deutschen Kartoffeln mehr - Bauern werden sie nicht los und müssen sie vergraben
Video 1min.: https://www.youtube.com/shorts/bCCXpCpIPsc
https://orf.at/stories/3412476/
Steigende Lebensmittelpreise sind ein
großes Thema in Österreich. Heimische
Bäuerinnen und Bauern profitieren davon
aber kaum. Denn von 100 Euro, die in
Österreich für Essen und Trinken
ausgegeben werden, landen nur vier Euro in
der heimischen Landwirtschaft, hat das
WIFO errechnet.
„Der Anteil der bäuerlichen Produktion am
Endpreis ist gering – und nimmt weiter ab“,
sagte WIFO-Experte Franz Sinabell gestern
gegenüber den „Salzburger Nachrichten“
(„SN“). Und: „Die Preise für die
Landwirtschaft werden am Weltmarkt und nicht
in Österreich bestimmt.“
Von 100 Euro an Lebensmittelausgaben gehen
in Österreich etwa fünf Euro in die
Verarbeitung. In den Groß- und Einzelhandel
fließen 14 Euro, in die Gastronomie 13 und
in die Hotellerie vier Euro. Neun von 100
Euro kommen als Steuern dem Staat zugute.
„SN“: Handel profitiert zweites Mal
Weniger offensichtlich gehen fünf Euro in
die Immobilienwirtschaft, Finanz- und
Versicherungsdienstleistungen, der Rest
umfasst auch Marken oder Patente. Hier würde
oft der Handel ein zweites Mal, etwa über
Eigenmarken oder Immobiliengeschäfte,
profitieren, schreiben die „SN“.
„In der Landwirtschaft kann man gerade so
viel verdienen, dass man über die Runden
kommt, und an der Landwirtschaft kann man
gut verdienen“, sagt WIFO-Experte Sinabell
in den „SN“. Als Lösung empfiehlt er vor
allem mehr Transparenz entlang der gesamten
Wertschöpfungskette – von der Produktion bis
zum Regal.
Kanton Schwyz (Schweiz) mit
Moor-Schutzgebiet am 19.12.2025:
Wiese zu früh gemäht - Bauer muss 3900 Franken
zahlen
https://www.blick.ch/schweiz/zentralschweiz/zug/absurd-oder-gerechte-strafe-wiese-zu-frueh-gemaeht-bauer-muss-3900-franken-zahlen-id21527623.html
Ein Bauer aus dem Kanton Zug hat in einem
geschützten Flachmoor zum falschen Zeitpunkt das
Gras geschnitten und Gülle verteilt. Jetzt muss er
3900 Franken zahlen. Ähnliche Fälle zeigen: Mit
dem Naturschutz ist in der Schweiz nicht zu
spassen.
Georg Nopper - Redaktor News
Das Zigerhüttli ist ein Naturschutzgebiet
oberhalb von Oberägeri ZG. Es handelt sich um
ein Flachmoor. In solchen Zonen gelten strenge
kantonale Vorschriften für die Landwirtschaft.
Unter anderem dürfen Wiesen in speziellen
Schutzbereichen erst ab dem 1. Oktober
geschnitten werden. Zudem gilt dort ein
Gülle-Verbot, um das ökologische Gleichgewicht
nicht zu stören.
Wie «Zentralplus»
berichtet, verstiess ein Bauer gegen beide
Vorschriften: Er mähte in dem Naturschutzgebiet
eine Fläche von 4400 Quadratmetern zu früh und
verteilte Gülle in dem streng regulierten
Bereich. Nun hat die Staatsanwaltschaft den Mann
per Strafbefehl zu einer Geldstrafe von 70 mal
50 Franken – total 3500 Franken – verurteilt.
Zudem muss er die Verfahrenskosten von 400
Franken zahlen. Er habe das Biotop «schwer»
beschädigt, so die Argumentation der
Staatsanwaltschaft.
Strafbefehle im Sinne des Naturschutzes sind in
der Schweiz keine Seltenheit und haben für die
Beschuldigten mitunter schmerzhafte finanzielle
Folgen. Blick listet die kuriosesten Fälle auf.
Schiefgelaufenes Transportmanöver in
Ebnat-Kappel SG
Im vergangenen Mai kassierte
ein Bauer aus Ebnat-Kappel SG wegen eines
leichtsinnigen Versehens eine saftige
Geldstrafe: Der Mann hatte 700 Liter
Diesel bestellt. Als der Treibstoff geliefert
wurde, kam der Tanklastwagen nicht unter einer
Unterführung durch. Der Bauer liess sich deshalb
zu einem abenteuerlichen Transportmanöver mit
seinem Traktor hinreissen, wobei rund 500 Liter
Diesel in die Thur kippten.
Dem Bauern wurde in der Folge per Strafbefehl eine
Geldstrafe von 2100 Franken sowie eine Busse und
Gebühren von 1350 Franken aufgebrummt. Begründung
der St. Galler Staatsanwaltschaft: Er habe
mehrfach gegen die Beförderung gefährlicher Güter
verstossen.
Bauern produzieren
Rekordmenge an Milch – doch keiner kauft
sie
https://www.20min.ch/story/schweiz-bauern-produzieren-rekordmenge-an-milch-doch-keiner-kauft-sie-103489314
https://journalistenwatch.com/2026/02/11/tierwohl-foerderung-gestrichen-bauern-stehen-nach-teuren-umbauten-vor-dem-aus/
Der Staat lockt Bauern mit Millionen für
„echtes Tierwohl“ – und zieht dann eiskalt den
Stecker. Links-grüne Heuchelei pur: Deutsche
Ställe sollen teuer umbauen, nun steht ihre
Existenz auf dem Spiel, während rituelles
Schächten und Halal-Importe fröhlich
weiterlaufen.
Mit großem Tamtam startete 2024 das Bundesprogramm
zum Umbau der Tierhaltung: Millionenzuschüsse für
tiergerechte Ställe (bis 60 % der Kosten),
jahrelange Unterstützung bei laufenden Mehrkosten
– alles, damit Betriebe in bessere Haltung
investieren und den gesellschaftlichen &
politischen Forderungen nach mehr Tierwohl
nachkommen. Viele Landwirte haben genau das getan:
Kredite aufgenommen, Pläne geschmiedet, Millionen
in Umbauten gesteckt – im festen Glauben an die
staatlichen Versprechen.
Dann kam September 2025: Der Bund stoppt das
Programm vorzeitig. Begründung? Zu wenig Anträge,
technische Probleme, leere Kassen – und plötzlich
soll alles in die Länder abgeschoben werden.
Planungssicherheit? Fehlanzeige. Viele Betriebe
stehen nun vor dem wirtschaftlichen Totalschaden:
Investitionen getätigt, aber die zugesagten Gelder
gestrichen oder massiv gekürzt. Junglandwirte
berichten offen: Ohne diese Förderung droht der
Ruin.
Selbst die nachträgliche „Rettung“ – Antragsfrist
bis August 2026 verlängert – ändert wenig am
Grundübel: Die Regierung hat Verlässlichkeit
verspielt. Wer auf Alois Rainer und Co. hört und
investiert, riskiert alles – während Billigimporte
aus Spanien & Co. den Markt fluten und die
Preise in den Keller drücken.
Und das Ganze ist typisches links-grünes Showgetue
ums Tierwohl: Die Grünen und ihre Verbündeten
haben jahrelang mit moralischem Getöse höhere
Haltungsstandards gefordert, Förderungen
versprochen – nur um dann den Stecker zu ziehen,
sobald es teuer wird. Wenn sie es ernst meinen
würden mit echtem Tierschutz, wäre das Schächten
ohne Betäubung und der ganze Halal-Scheiß längst
verboten. Stattdessen wird hier selektiv
rumgejammert: Bei deutschen Bauern wird Tierwohl
zur teuren Pflicht gemacht, bei importiertem
Fleisch aus ritueller Schlachtung ohne Betäubung
drückt man beide Augen zu. Heuchelei pur –
Tierwohl nur, wenn es die heimische Landwirtschaft
trifft und teurer macht.
Pharma-Landwirtschaft "USA" am
5.6.2026: Neuwelt-Schraubenwurm in Texas:
Fleischfressender Horror-Wurm schockt die USA:
Erster Fall seit Jahrzehnten
https://www.blick.ch/ausland/erster-fall-seit-jahrzehnten-fleischfressender-horror-wurm-schockt-die-usa-id22005434.html
Der Albtraum aller Bauern ist zurück: In Texas
wurde ein Kalb von den Larven des
Neuwelt-Schraubenwurms befallen. Der Parasit
frisst seine Wirte bei lebendigem Leib auf. Und
auch für uns Menschen ist er eine Gefahr.
Hitzesommer in der Schweiz am
9.7.2026:
Hitze verändert den Alltag auf Schweizer
Bauernhöfen
https://www.nau.ch/news/ausland/hitze-verandert-den-alltag-auf-schweizer-bauernhofen-67147260
Keystone-SDA -- Bern -- «Es fühlt sich an wie
im Süden Portugals»: Auf ihrem Hof in Les
Posses-sur-Bex im Kanton Waadt blickt Schäferin
Martine Gerber auf ausgetrocknete, gelb
verfärbte Weiden. In den Waadtländer Voralpen
hält sie Schafe und Esel und baut Beeren an.
«Die Tiere stehen wegen der Hitze unter enormem
Stress. Die Lämmer fressen kaum noch und nehmen
nicht zu, die Muttertiere geben weniger Milch»,
sagte sie der Nachrichtenagentur AWP. Auch
Himbeeren sowie rote und schwarze Johannisbeeren
seien klein geblieben und vertrocknet. Die
Regenwasserreserven gingen rasch zur Neige. «Mit
Trinkwasser aus dem Leitungsnetz zu bewässern,
wäre teuer und unsinnig.»
Je nach Lage, Bodenbeschaffenheit und
Wasservorräten unterscheiden sich die Auswirkungen
der Hitzewelle von Betrieb zu Betrieb erheblich.
Gemeinsam ist vielen Höfen jedoch, dass sich der
Arbeitsalltag verändert. Bewässert wird nachts
oder in den frühen Morgenstunden, Feldarbeiten
werden in die Abendstunden verlegt.
«Bei diesen Temperaturen halte ich das normale
Arbeitstempo nicht durch», sagte Gerber. Sie lege
mehr Pausen ein und arbeite oft bis 22 Uhr, um die
kühleren Stunden zu nutzen. Drohten Gewitter,
müsse das Heu allerdings unabhängig von der Hitze
eingebracht werden.
Auch Eline Müller von der Westschweizer
Bauerngewerkschaft Uniterre berichtet von immer
kürzeren Nächten für Betriebe, die ihre Kulturen
bewässern. Andere Produzenten stellten auf
hitzeresistentere Sorten um, sagte Pauline Pillon
vom Genfer Bauernverband Agrigenève.
Für Gerber reichen technische Anpassungen allein
jedoch nicht aus. Der Ausbau der Bewässerung
gleiche «dem Klimatisieren eines Raumes, den man
gleichzeitig weiter aufheizt». Gemeinsam mit
Uniterre fordert sie deshalb ein grundsätzlicheres
Umdenken in der Landwirtschaft und einen stärkeren
Schutz der Agrarökosysteme. «Es geht nicht mehr um
Schuld, sondern um Verantwortung.»
https://tirol.orf.at/stories/3366490/
Die aktuelle Dürre in Österreich entspricht
laut Forschenden bereits Szenarien, die erst für
kommende Jahrzehnte erwartet worden waren. Der
Innsbrucker Ökologe Michael Bahn warnt vor
langfristigen Folgen für Böden, Pflanzen und
Wasserhaushalt. Besonders das „Bodengedächtnis“
könne künftige Dürren zusätzlich verschärfen.
Seit fast zwei Jahrzehnten führen Forschende um
den Ökologen Michael Bahn Experimente durch, bei
denen Pflanzen und Böden künstlich unter
Trockenstress kommen. „Es ist ein wenig ein Schock
für uns, dass die Szenarien, die wir in Richtung
der nächsten Jahrzehnte getestet haben, jetzt
bereits in dieser Deutlichkeit eintreten“, sagte
Bahn zur Austria Presse Agentur (APA). Über die
Langzeitfolgen solcher Episoden gelte es noch viel
herauszufinden.
Monatelang macht die Kombination aus sehr wenig
Niederschlag und enormer Hitze dem Land schon zu
schaffen, das man früher so gerne als
„Wasserschloss Österreich“ bezeichnet hat. Dass
eine Dürre wie aktuell eintritt, sei zwar alles in
allem klimawandelbedingt „nicht überraschend“, die
Geschwindigkeit des Eintreffens negativer
Prognosen aber „erschreckend“, so der
Wissenschafter vom Institut für Ökologie und
Leiter der Forschungsgruppe „Funktionelle
Ökologie“ an der Universität Innsbruck.
Wenn Dürreexperimente Realität werden
Im Zuge der Temperaturerhöhung nehmen
Extremereignisse wie Dürren insgesamt zu. Genau
die untersuchen die Ökologen in Versuchen mit
überdachten Flächen etwa auf Almen im Tiroler
Stubaital oder an der Forschungsanstalt
Raumberg-Gumpenstein in der Steiermark.
Silhouette von Gräsern, dürre ; Gräser ; Hitze ;
Natur ; Sommer ; Sonne ; Sonnenuntergang ;
Trockenheit ; Umwelt ; Wetter ; Wärme ; heiß
ORF/Viviane Koth
Anhaltende Hitze und Trockenheit setzen Pflanzen
und Böden derzeit stark zu
Über die Erkenntnisse daraus berichtet man
regelmäßig in renommierten Fachjournalen wie
„Nature“ oder „Science“. Jetzt – nach
Hitzerekorden, Rekordverdunstung und kaum Regen –
gleichen viele Flächen im Land jenen in den
Dürreexperimenten. Neben den offensichtlichen
Folgen, nämlich den markanten Einbußen im Ackerbau
– die Hagelversicherung meldete am Montag einen
Gesamtschaden in der Landwirtschaft von rund einer
Milliarde Euro –, den teilweise notwendigen frühen
Almabtrieben und dem Futtermangel in der
Viehzucht, stellt sich die Frage nach
„Folgewirkungen für die Böden“, betonte Bahn.
Das Dürregedächtnis des Bodens
So zeigte man bereits in Studien, dass
wiederkehrende Dürren längerfristig die Fähigkeit
von Böden, Wasser zu halten, vermindern können.
Ebenso ändern sich die Artengemeinschaften im
Pflanzenbestand und im Boden. So sieht man
einerseits, dass unmittelbar nach solchen Episoden
eben hitze- und dürreresistente Pflanzenarten
dominanter werden.
„Aber auch in weiterer Folge gibt es Konsequenzen.
Wir sprechen hier vom ‚Bodengedächtnis‘“, so der
Wissenschafter. Er konnte mit seinen Kolleginnen
und Kollegen zeigen, dass sich unterschiedlich
starke Dürreereignisse auf die Zusammensetzung und
die Netzwerke von Mikroorganismen im Boden
unterschiedlich auswirkten. Diese wiederum
beeinflussten in der Folge die Fähigkeit von
Pflanzen, einer neuen Dürre zu widerstehen bzw.
sich von ihr zu erholen.
Risse Erdboden Trockenheit – Risse Erdboden
Trockenheit
ORF/Günther Rosenberger
Wiederkehrende Dürreperioden können die
Wasserspeicherfähigkeit von Böden beeinträchtigen
Unter welchen Umständen und in welchen Regionen
kritische Schwellenwerte erreicht werden, bei
denen sich Pflanzen und Böden kaum oder gar nicht
mehr von extremen Dürren erholen, gelte es noch
herauszufinden. Entscheidend sei dabei einerseits
die Wetterdynamik, da der Zeitpunkt, die Dauer und
die Intensität von Dürreperioden für die
Ökosysteme eine zentrale Rolle spielen.
Hitzewellen beschleunigen das Auftreten von
Dürren, die die kühlende Wasserdampfabgabe von
Ökosystemen verringern und somit wiederum die
Hitze zusätzlich verstärken. Andererseits spielen
auch die Bodenbeschaffenheit sowie die
Artenzusammensetzung und die Artenvielfalt eine
wichtige Rolle.
„Bodenschutz ist Klimaschutz“
Dementsprechend kann auch mit Änderungen in der
Bewirtschaftung von Böden manches abgefedert
werden. Maßnahmen, die den Aufbau und den Schutz
von organischer Substanz – sprich Humus – fördern,
sind vor allem auch wichtig für den Klimaschutz,
erklärte Bahn. Der Humus bindet den Kohlenstoff im
Boden und verhindert somit, dass dieser als
Bestandteil von Treibhausgasen in die Luft
gelangt. „Böden sind der größte
Kohlenstoffspeicher, den wir haben – Bodenschutz
ist Klimaschutz“, betont der Ökologe. Dafür
brauche es mehr Bewusstsein. Zugleich ist der
Humus auch für die Nährstoffversorgung und die
Wasserspeicherung in Böden zentral.
Ausgetrocknetes Flussbett im Pitztal, Berge ;
Flussbett ; Klima ; Landschaft ; Pitztal ;
Tourismus ; Trockenheit ; Wetter ; ausgetrocknetes
Flussbett
ORF/Christian Öser
Österreich muss laut Forschenden den Umgang mit
Wasser neu lernen
Umgang mit Wasserressourcen auf dem Prüfstand
„Unsere Forschung hat auch gezeigt, dass
wiederkehrende extreme Dürren die Porenverteilung
im Boden verändern können, was dazu führt, dass
die Pflanzen weniger gut auf das Bodenwasser
zugreifen können“, erklärte Bahn: „Deshalb ist es
nicht nur hinsichtlich des landwirtschaftlichen
Ertrags sondern auch hinsichtlich einer
Verminderung der Auswirkung künftiger Dürren
sinnvoll, bei extremer Trockenheit zu bewässern,
so dies im Spannungsfeld mit anderen Sektoren wie
der Wasserwirtschaft möglich ist.“ Wie man also
mit Wasser künftig umgeht, müsse das diesbezüglich
so lange so verwöhnte Österreich noch lernen.
red, tirol.ORF.at/Agenturen
Hitzesommer Schweiz am 24.8.2026:
Vielleicht sollten die Bauern weniger Mais
anbauen, dafür mehr hitzebeständige
Getreide wie Sorghum, Linsen, Kichererbsen,
Hirsearten oder Erdnüsse:
Trockenheit: So muss die Landwirtschaft jetzt
umdenken
https://www.nau.ch/news/schweiz/trockenheit-so-muss-die-landwirtschaft-jetzt-umdenken-67163060
Desirée Müller -- Bodensee -- Die aktuelle
Trockenheit ist für die Biomedizinethikerin
Nikola Biller-Andorno ein Warnsignal. Sie sieht
schwierige Zielkonflikte für die Landwirtschaft.
Für die Kreuzlinger
Biomedizinethikerin Nikola Biller-Andorno ist die
aktuelle Trockenheit ein Warnsignal.
Sie beschäftigt sich mit
schwierigen Zielkonflikten zwischen Gesundheit,
Ressourcen, Gerechtigkeit und Verantwortung.
Genau eine solche Abwägung
sieht sie nun auch in der Landwirtschaft.
In der Lehre ihres Instituts gehören inzwischen
auch Umweltethik und Zukunftsfragen der Medizin
dazu. Die Kreuzlinger Biomedizinethikerin Nikola
Biller-Andorno ist zudem Mitglied der Europäischen
Gruppe für Ethik in Wissenschaft und neuen
Technologien, die die EU-Kommission berät.
Noch im Juni diskutierte sie am Green Transition
Forum darüber, wie Klimaanpassung mit
Gerechtigkeit, Beteiligung und Investitionen
verbunden werden kann. Nikola Biller-Andorno ist
keine Agrarwissenschaftlerin und argumentiert auch
nicht als solche.
Ihr Fachbereich beginnt gerade dort, wo es keine
einfache technische Antwort gibt: Wie werden
Nutzen und Risiken verteilt? Wer trägt
Belastungen? Welche Interessen verdienen Schutz?
Und wie lassen sich Veränderungen so gestalten,
dass sie nicht einfach auf jene abgewälzt werden,
die sie umsetzen müssen?
Höfe nicht alleine lassen
Wie die Kreuzlinger Nachrichten im Beitrag «Höfe
sitzen auf dem Trockenen» berichteten, verfüttern
manche Betriebe bereits Reserven für den Winter,
Raufutter wird gesucht und Wasser mit erheblichem
Aufwand dorthin gebracht, wo es fehlt.
Der Bund reagierte Anfang August unter anderem mit
der vorübergehenden Aufhebung der Zölle auf
Heuimporte. Die akute Hilfe sei nötig.
«Aber wir können nicht immer nur reparieren und so
tun, als wäre danach wieder alles wie vorher.»
Irgendwann müsse man sich fragen, was unter
veränderten klimatischen Bedingungen langfristig
noch funktioniere.
Sie betont dabei ihren Respekt vor der
Landwirtschaft. Wer über Jahrzehnte in Tiere,
Gebäude, Maschinen und Wissen investiert habe,
könne nicht einfach von heute auf morgen alles
umstellen.
«Ich verstehe sehr gut, dass man erst einmal
versucht, das weiterzuführen, was man kennt und
worin man investiert hat.» Gerade deshalb müsse
Veränderung wirtschaftlich möglich gemacht werden.
«Nicht von aussen sagen: So müsst ihr es machen.
Die Landwirte müssen selber sehen können, dass
etwas funktioniert.» Das ist keine Forderung, die
Betriebe mit den Kosten des Wandels allein zu
lassen.
Im Gegenteil: Wenn die Gesellschaft aus Gründen
des Klima-, Umwelt-, Gesundheits- und Tierschutzes
eine andere Landwirtschaft braucht, muss sie den
Höfen Beratung, Investitionshilfen, Risikoschutz
und verlässliche Absatzmärkte anbieten.
Ein Blick in die Forschung zeigt: Die Diskussion
hat längst begonnen. Agroscope untersucht
Kichererbsen, Linsen, Sorghum und Mischkulturen
für Schweizer Bedingungen.
Internationale Forschungszentren arbeiten seit
Jahrzehnten daran, Ernten in Regionen mit
wesentlich weniger und unzuverlässigerem Regen zu
stabilisieren.
Nicht Kuh gegen Linse
Die Grössenordnung der heutigen Tierhaltung zeigt,
weshalb Nikola Biller-Andorno überhaupt von einer
langfristigen Transformation spricht. In der
Schweiz stehen rund 1,5 Millionen Rinder, darunter
mehr als eine halbe Million Milchkühe.
Gleichzeitig ist die Schweiz ein ausgeprägtes
Grasland: Viele Wiesen und Weiden lassen sich gar
nicht sinnvoll in Ackerflächen umwandeln.
Tierhaltung nutzt dort Pflanzen, die Menschen
nicht direkt essen können, und gehört seit
Jahrhunderten zur Landwirtschaft.
Für Biller-Andorno geht es aber ausdrücklich nicht
um die Rechnung: Eine Kuh weniger, dafür ein
Linsenfeld mehr. Nicht jede heutige Weide ist für
den Ackerbau geeignet.
«Aber daraus folgt nicht automatisch, dass wir den
heutigen Umfang der Tierhaltung und die Nutzung
von Tieren für immer fortschreiben müssen.» Linsen
sind dabei nur ein Beispiel.
Biller-Andorno denkt weiter: «Was wäre, wenn wir
einen Teil unserer Innovationskraft nicht nur in
immer effizientere Tierhaltung stecken, sondern in
neue pflanzliche Produkte?»
Sie nennt
Linsen, Kichererbsen oder Hirse,
aber ebenso Verarbeitung, neue Rezepte und neue
Absatzmärkte. «Vielleicht müssen wir auch unsere
Kochbücher ein Stück weit neu schreiben.»
Keine Verbote, aber eine klare Richtung
Biller-Andorno sieht gewichtige ethische,
ökologische und gesundheitliche Gründe dafür,
deutlich weniger tierische Produkte zu erzeugen
und zu konsumieren. Aber sie spricht bewusst nicht
von einem Verzichtsprogramm.
Viel spannender sei die Frage, welche neuen
pflanzlichen Produkte gut schmecken,
wirtschaftlich interessant sind und zugleich
besser zu einem trockeneren Klima passen. «Wenn
etwas aus einer Notwendigkeit entsteht und am Ende
sogar gefällt, ist viel gewonnen.»
Noch interessanter ist der Blick dorthin, wo
Wassermangel kein Ausnahmezustand ist. In
trockenen Regionen Indiens und Afrikas gehören
Sorghum,
verschiedene Hirsearten, Kichererbsen und
Erdnüsse seit langem zum Anbau.
Einige Hirsearten kommen nach Angaben der FAO mit
deutlich weniger Niederschlag zurecht als Mais.
Für Biller-Andorno ist genau dieser Blick über die
Landesgrenzen wichtig. «Wir sind ja nicht die
ersten Menschen auf der Welt, die mit
Wasserknappheit umgehen müssen.»
Die Trockenheit dieses Sommers macht damit einen
Zielkonflikt sichtbar, wie Biller-Andorno ihn aus
der Ethik kennt: Versorgungssicherheit, bäuerliche
Existenzen, Tierwohl, Gesundheit und Umwelt lassen
sich nicht beliebig gegeneinander ausspielen.
Biller-Andorno will die Landwirtschaft dabei
ausdrücklich nicht als hilfloses Opfer darstellen.
«Die Leute, die dort arbeiten, haben unglaublich
viel Wissen.» Dieses Wissen müsse in die
Veränderung einfliessen.
«Es geht nicht um eine Umstellung über Nacht: Wir
müssen jetzt die Weichen stellen, damit die
Landwirtschaft auch unter trockeneren Bedingungen
eine verlässliche Zukunft hat.»
Die nächste Futterlieferung bleibt für einen
Betrieb in Not die richtige Antwort auf heute. Für
morgen reicht sie allein nicht.
Hinweis