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Tierwelt: Tiere allgemein Meldungen 01

Meldungen

präsentiert von Michael Palomino

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18.1.2026: Wie die Tiere reden - da gibt es nun ÜbersetzerInnen:
Tierkommunikation boomt – Fachleute skeptisch: «Ich übersetze in die menschliche Sprache»
https://www.blick.ch/schweiz/tierkommunikation-boomt-fachleute-skeptisch-ich-uebersetze-in-die-menschliche-sprache-id21606696.html

Jeremy Goy und Philippe Rossier -- Blick traf die Tierkommunikatorin Nadine Plüss bei einem Einsatz. Ihr Fachgebiet liegt derzeit im Trend – und stösst auf Kritik.

Luana wirft unruhige Blicke um sich, verfolgt jede Bewegung. Die Stute wirkt aufmerksam, aber auch ein wenig angespannt. Nadine Plüss (53) steht ihr auf dem Gnadenhof «Animal's Soul» in Stein AG gegenüber. Ohne ein Wort – und ohne das Pferd zu berühren – hält sie ihre Hände über Luanas Körper. Es ist der Beginn einer Aponi-Therapie.

Für Augenblicke scheint sich nichts zu verändern. Zumindest nichts, was von aussen sichtbar wäre. Dann wird die Atmung des Pferdes tiefer, gleichmässiger, Luanas Kopf sinkt immer weiter nach unten, schliesslich setzt sie zu einem langen Gähnen an.

Tierkommunikatorin Plüss ist zufrieden: Anspannungen und Stress sollen zurücktreten – körperlich wie emotional. Energie soll dorthin fliessen, wo das Tier sie gerade am meisten braucht. Eine Methode, um Balance, Ruhe und innere Ordnung zu fördern.

Es sind Momente, wie sie Plüss auf dem Gnadenhof immer wieder erlebt. Hier hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, Pferden mit einer schweren Vergangenheit unentgeltlich zu helfen. Für Plüss ist es ein Herzensprojekt. Auf ihrer Website «Animal Talk» bietet sie neben der Aponi-Therapie auch Tierkommunikation, die telepathische Suche nach vermissten Tieren, Sterbebegleitung sowie Energiearbeit als bezahlte Dienstleistungen an.

Tierkommunikation boomt
In der Schweiz liegt die Tierkommunikation derzeit im Trend. Die Zahl der Ausbildungsmöglichkeiten steigt, neue Berufsverbände entstehen und einige Ausbildungskurse sind komplett ausgebucht. Zahlreiche Anbieter bestätigen den wachsenden Trend. «Das Interesse ist deutlich gestiegen», betont auch Plüss. «Viele Menschen wollen ihre Tiere besser verstehen.»

Die Begriffe Tierkommunikatorin und Tierkommunikator sind in der Schweiz staatlich nicht geschützt. Es gibt keine offizielle Ausbildung, die absolviert werden muss, um in diesem Bereich tätig zu werden. Schon nach einem siebentägigen Kurs mit 65 Lektionen erhält man etwa beim Anbieter Seelenkraft ein Diplom als Fachperson für Tierkommunikation. Der Kurs kostet 1650 Franken.

Plüss hat keinen klassischen Ausbildungsweg absolviert. Ihr Weg sei von persönlichen Erfahrungen, von Höhen und Tiefen geprägt. Schon als Kind habe sie einen sehr natürlichen Zugang zu Tieren verspürt. Über die Jahre habe sich diese Wahrnehmung immer weiterentwickelt.

«Keine Magie oder Gedankenlesen»
Für ihre Arbeit in der Tierkommunikation brauche Plüss die Tiere nicht zu treffen. Stattdessen nehme sie nach eigener Aussage über zugeschickte Fotos inneres Wissen, Stimmungen, Fragmente oder Farben wahr. «Ich übersetze das, was ich wahrnehme, in unsere menschliche Sprache.» Diese Art von Kommunikation ermögliche es, die Beziehung zum jeweiligen Gefährten aus dem Tierreich zu harmonisieren. Einen wissenschaftlichen Nachweis für die Wirksamkeit dieser Methode gibt es nicht.

Es seien nicht ihre eigenen Gedanken, sondern Informationen, die sie da erhalte und weitergebe. Auch Magie oder Gedankenlesen sei nicht im Spiel, sondern eine achtsame Form der Wahrnehmung. Plüss betont, dass Tierkommunikation weder Veterinäre noch Trainer noch Therapeutinnen oder Therapeuten ersetze. Vielmehr diene sie als ergänzende Massnahme.

Bestätigung habe sie bereits von Tierärztinnen und Tierärzten erhalten, die Kundinnen und Kunden an sie weiterverweisen. «Das geschieht vor allem dann, wenn ein Tier auf emotionaler oder energetischer Ebene Unterstützung braucht oder wenn trotz medizinischer Abklärung keine eindeutigen Ursachen gefunden werden.» Ihre Arbeit und die damit verbundenen Hinweise würden Veterinären helfen, genauer hinzuschauen und gezielter zu handeln.

Tiersuche per Telepathie
Neben der Tierkommunikation beherrscht Plüss nach eigener Einschätzung auch die telepathische Suche nach vermissten Tieren. Bei der Kommunikation empfange sie Bilder, Gefühle oder Impulse. «Das können Hinweise auf die Umgebung sein, auf Richtungen, auf Menschen, Gebäude, Wasser, Wälder oder auf den emotionalen Zustand des Tiers.» Dabei ersetze sie keine Suche, sondern ergänze sie. Auch für diese Methode liegen keine wissenschaftlichen Belege vor.

Roberto Mossi ist Präsident der Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte (GST). Ihm ist wichtig, dass im Bereich der Tierkommunikation sorgfältig zwischen subjektiven Wahrnehmungen und überprüfbaren Sachverhalten unterschieden werde, um einen sachlichen Umgang vor allem mit der Tiergesundheit zu gewährleisten. «Aufgrund meines Hintergrunds als Tierarzt verstehe ich die Ansicht, dass Tierkommunikation dieser Art sowie telepathische Tiersuchen bei vermissten Tieren nicht zuverlässig funktionieren», so Mossi.

«Kann dem Tier schaden»
«Wir arbeiten als Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und orientieren uns an überprüfbaren Erkenntnissen», so Mossi weiter. Tierkommunikation könne allenfalls als ergänzende Massnahme in Betracht gezogen werden, jedoch niemals als Ersatz für eine tierärztliche Abklärung oder Behandlung. In Fällen, in denen sie anstelle der Medizin eingesetzt werde, könne sie dem Tier schaden. Werde versucht, gesundheitliche Fragen ausschliesslich über Tierkommunikation zu klären, bestehe das Risiko, relevante Befunde zu übersehen oder notwendige Behandlungen zu verpassen, betont Mossi.

Plüss sagt, sie könne die Kritiker verstehen. «Meine Arbeit ist nicht greifbar, nicht messbar und passt nicht in klassische Schubladen.» Kritik dürfe sein, solange sie respektvoll bleibe. «Ich lade lediglich dazu ein, offenzubleiben, für das, was sich vielleicht nicht erklären, aber erleben lässt.»




Mutation in Ö am 2.7.2026: Rosafarbene Heuschrecke in Kärnten entdeckt

https://science.orf.at/stories/3236267/

In Villach ist eine außergewöhnlich gefärbte Heuschrecke entdeckt worden. Statt der üblichen grünen oder braunen Tarnfärbung leuchtet der Grashüpfer in einem kräftigen Rosa. Verantwortlich dafür ist eine äußerst seltene genetische Mutation.

Die Heuschrecke wurde von einer Teilnehmerin der Citizen-Science-Plattform des Naturschutzbundes Mitte Juni im Villacher Stadtteil St. Georgen entdeckt und aufgenommen.

Dunkle Pigmente fehlen
Bei der Genmutation, dem sogenannten Erythrismus, wird überwiegend das rote Insektenpigment Erythropterin gebildet, während dunkle Pigmente weitgehend fehlen, heißt es in einer Aussendung des Naturschutzbundes. Sichtbar werde die auffällige Färbung nur dann, wenn ein Grashüpfer die mutierte Genvariante von beiden Elternteilen erbt.

Trägt ein Tier lediglich eine mutierte und eine gesunde Genkopie, setze sich das dominante Gen durch und der Grashüpfer behält seine normale Färbung. Da sich in freier Wildbahn nur äußerst selten zwei Träger dieser Mutation miteinander fortpflanzen, sind rosa Grashüpfer eine absolute Ausnahme.

Nahaufnahme des rosafärbigen Grashüpfers
www.naturbeobachtung.at, Rosemarie Maliha

Für die Tiere selbst bedeute die Farbe meist einen erheblichen Nachteil. Während grüne oder braune Grashüpfer gut an ihre Umgebung angepasst und dadurch gut getarnt sind, fallen rosa gefärbte Tiere Fressfeinden sofort ins Auge. Viele überleben deshalb den Weg bis zum erwachsenen Tier nicht.

Bei dem in Villach entdeckten Exemplar handelt es sich um ein Jungtier, eine sogenannte Nymphe. Deshalb ist es laut Naturschutzbund auch nicht möglich, die genaue Art zu bestimmen.

red

Dieser Beitrag begleitet einen ZIB-Flash, 2. Juli 2026.





Neue Invasion in Ö am 16.7.2026: Der Eschenprachtkäfer zerstört die Eschen - in "Amerika" und Russland schon passiert - nun auch in Europa:
Prachtkäfer bedroht heimische Eschen

https://science.orf.at/stories/3236516/

Der Eschenprachtkäfer ist erstmals in der Europäischen Union (EU) aufgetaucht. Das Insekt befiel in Nordamerika und Russland bereits Tausende Eschen. Um eine Ausbreitung in Österreich zu verhindern, sollen Verkehrswege nun verstärkt überwacht werden.

Juni 2026: Ein einzelner grün schillernder Käfer krabbelte im ungarischen Beregsurány, nahe der ukrainischen Grenze, in eine Lockstofffalle und löste damit in der gesamten EU – inklusive Österreich – Quarantäne-Notfallmaßnahmen aus. Wenig später im Juli meldete die Slowakei den Fund von 18 weiteren Exemplaren.

Es handelt sich um Eschenprachtkäfer (Agrilus planipennis oder auf Englisch Emerald Ash Borer, kurz EAB), die aus Asien eingeschleppt wurden. Ihre Artgenossen haben in Nordamerika und Russland schon tausende Eschen zum Absterben gebracht, erklärt Waldschutzexperte Gernot Hoch.
350 Kilometer von Österreich entfernt

Der Fundort im Juni in Ungarn liegt rund 500 Kilometer Luftlinie vom bisher westlichsten bekannten Befallsgebiet entfernt – und nur noch 350 Kilometer von Österreich, heißt es in einer Aussendung vom Bundesforschungszentrum für Wald (BFW).
Ein einzelner grün schillernder Eschenprachtkäfer (Agrilus planipennis)
James Connell
Grün schillernder Eschenprachtkäfer

Für die heimischen Eschen stellt das eine zusätzliche Bedrohung dar: Bereits jetzt sind die Bäume vom sogenannten Eschentriebsterben betroffen. Diese Pilzkrankheit stammt ebenfalls aus Asien. Während die dortigen Bäume sowohl mit den Käfern als auch mit den Pilzen gut umgehen können, sind beide für europäische Eschen oft tödlich.

Wahrscheinlich macht auch eine Vorschädigung durch die Eschentriebsterben-Pilze die Bäume anfälliger für die Eschenprachtkäfer, erläutert Hoch. Doch auch vor gesunden Bäumen macht der Eschenprachtkäfer nicht Halt.
Schleichender Tod durch Larven

„Ein Eschenprachtkäfer legt seine Eier an der Rinde von Eschen ab“, sagt der Experte: „Die Larven schlüpfen dann und bohren sich ins Kambium.“ Das ist die dünne Wachstumsschicht zwischen der Rinde und dem Holz. „Dort fressen sie sich schlängelnd dahin.“

Wenn sich die Larvengänge einmal rund um den Stamm oder Ast winden, ist er „geringelt“ und der Stofftransport für den darüber liegenden Teil unterbrochen. Für die Bäume beginnt ein schleichender Tod, der sich über mehrere Jahre hinweg zieht. Denn der Befall bleibt häufig über längere Zeit unentdeckt, da zunächst kaum Symptome auftreten. Erst bei stärkerem Befall beginnen zuerst Teile der Baumkrone und dann der Stamm abzusterben.

Zusätzlich erschwert wird die Diagnose dadurch, dass viele Eschen in Österreich bereits durch das Eschentriebsterben geschädigt sind und deshalb ähnliche Kronensymptome zeigen.
Stetige Ausbreitung nach Westen

Die Eschenprachtkäfer selbst können zwar nur wenige hundert Meter fliegen, breiten sich aber als blinde Passagiere über den Eisenbahn- und Straßenverkehr aus, berichtete Hoch, zum Beispiel mit Holztransporten.

Zuerst wurde der Asiatische Eschenprachtkäfer vor rund 25 Jahren im europäischen Teil Russlands nachgewiesen. Vermutlich wurde er unbeabsichtigt aus seinem natürlichen Verbreitungsgebiet in Ostasien nach Moskau eingeschleppt. Von dort breitete sich die Art kontinuierlich nach Westen und Süden aus.

Seit 2019 ist der Käfer auch in der Ukraine bekannt. „Aufgrund des Krieges konnten dort keine wirksamen Pflanzenschutzmaßnahmen umgesetzt werden“, heißt es in der Aussendung. Und so erreichte der Schädling 2023 Kiew und wurde 2024 auch in der weiter westlich gelegenen Region Schytomyr nachgewiesen.
Ein Larvengang des Eschenprachtkäfer in einem Baum
Gernot Hoch
Ein Larvengang des Eschenprachtkäfers in einem Baum
Notfallplan und verstärkte Überwachung in Österreich

Die aktuellen Fundstellen in Ungarn und der Slowakei befinden sich an der Grenze zur Ukraine und sind 60 Kilometer voneinander entfernt. „Die Nachweise in Ungarn und der Slowakei zeigen, dass die Überwachungsprogramme funktionieren“, erklärt Hoch: „Der gleichzeitige Fund an zwei Orten lässt vermuten, dass der Eschenprachtkäfer in dieser Region schon verbreitet ist.“

Für die heimischen Betriebe gelten nun besondere Vorsichtsmaßnahmen, erklärte der Waldschutzexperte: Eschen und die ebenfalls betroffenen Schneeflockensträucher (Chionanthus virginicus) dürfen nur eingeführt werden, wenn sie mindestens 100 Kilometer von der Befallszone entfernt gewachsen sind.

In Österreich werde nun zudem die Eschenprachtkäfer-Überwachung mittels Lockstofffallen verstärkt. „Besonderes Augenmerk gilt Standorten entlang wichtiger Verkehrswege sowie Regionen mit intensiven Verkehrs- und Warenverbindungen zur Ukraine“, so das BFW. Fänge werden von Spezialisten und Spezialistinnen sorgfältig untersucht, da mehrere in Österreich heimische Prachtkäfer dem asiatischen Exemplar äußerst ähnlich schauen.
Früherkennung hilft: Verdachtsfälle melden

Der für die Forstwirtschaft zuständige Minister Norbert Totschnig (ÖVP) sieht Österreich „für eine Einschleppung gut vorbereitet“. Das Land verfüge über ein etabliertes Monitoring- und Überwachungssystem. „Für den Ernstfall liegt ein spezifischer Notfallplan für den Asiatischen Eschenprachtkäfer vor, um eine Ausbreitung des Schädlings bestmöglich zu verhindern und unsere Wälder zu schützen“, erklärt er.

Wer einen Asiatischen Eschenprachtkäfer oder eine möglicherweise befallene Esche entdeckt, sollte den Käfer einfangen und fotografieren (für Mensch und Tier ist der Käfer ungefährlich). Bei Verdacht auf einen Befall müssen zudem die typischen Fraßgänge unter der Rinde und der genaue Fundort dokumentiert werden. Anschließend ist umgehend der Amtliche Pflanzenschutzdienst des Bundeslandes über den Verdacht zu informieren.

red, science.ORF.at/Agenturen





27.7.2026: Invasive Arten schaden Globalem Süden stark

https://science.orf.at/stories/3236654/

Eingeschleppte Tiere und Pflanzen bedrohen die Artenvielfalt weltweit. Eine neue globale Studie zeigt nun aber, dass die größten Schäden – anders als bisher angenommen – nicht im Globalen Norden, sondern im Globalen Süden entstehen. Besonders Schwellenländer sind betroffen.

Der Buchsbaumzünsler, die asiatische Hornisse, das Nadelkraut und sogar der Waschbär: Sie alle zählen zu den gebietsfremden Tier- und Pflanzenarten in Österreich und wurden direkt oder indirekt durch den Menschen aus anderen Regionen der Welt eingeschleppt. Nun breiten sie sich außerhalb ihres ursprünglichen Lebensraums aus – ein Prozess, der in der Wissenschaft biologische Invasion genannt wird. Hierzulande gibt es zum Beispiel bereits mehr als 1.600 nicht heimische Pflanzenarten.

Invasive Arten verschärfen Artensterben

Diese Entwicklung stellt eine massive Bedrohung für die Biodiversität dar: Laut Studie könnten invasive Tier- und Pflanzenarten für rund 60 Prozent des weltweit dokumentierten Artensterbens verantwortlich sein. Hinzu kommen wirtschaftliche Verluste in Höhe von mehreren hundert Milliarden Dollar. Trotzdem sind die Auswirkungen von invasiven Arten noch nicht vollständig erforscht.

Bisher ging man etwa davon aus, dass vor allem wohlhabende Industriestaaten des Globalen Nordens betroffen sind – immerhin werden dort mehr als doppelt so viele invasive Arten gemeldet als anderswo. Eine in der Fachzeitschrift „Science“ veröffentlichte Studie widerlegt diese Annahme nun aber: Denn eine hohe Zahl an Meldungen sage wenig darüber aus, wie schwerwiegend die Auswirkungen invasiver Arten wirklich sind.

Neue Kennzahl zeigt tatsächliches Schadensausmaß

Um besser zu verstehen, welchen Schaden invasive Tiere und Pflanzen tatsächlich anrichten, wurden in der neuen Studie zwei Datensätze miteinander kombiniert: Der eine zeigte, wo auf der Erde invasive Pflanzen und Tiere vorkommen. Der andere erfasste, ob und wie stark sie der Umwelt schaden. Mithilfe dieser Datenbank entwickelte dann ein Forschungsteam rund um den Ökologen Sven Bacher von der Universität Freiburg eine Kennzahl. Diese berücksichtigt nicht nur die Anzahl der gemeldeten Fälle, sondern auch deren Intensität.

Das Ergebnis der Studie: Zwar gehen aus dem globalen Süden deutlich weniger Meldungen ein, doch die erfassten Folgen waren im Durchschnitt um rund ein Drittel schwerwiegender als im Globalen Norden. Demnach richten invasive Tiere und Pflanzen im Globalen Süden deutlich mehr Schaden an.

Ein bekanntes Beispiel ist der Nilbarsch. Der Fisch stammt ursprünglich aus dem Nil, ab den 1950er-Jahren wurde er dann aber im Victoriasee in Ostafrika eingesetzt – mit dem Ziel die dortige Fischerei zu fördern. Das hatte jedoch den gegenteiligen Effekt: Der Nilbarsch fraß so viele der einheimischen Fischarten, dass diese stark zurückgingen oder ganz aus dem See verschwanden.

Prävention und koordiniertes Management

Im Kampf gegen invasive Tiere und Pflanzen sind laut Bacher effiziente Maßnahmen entscheidend. Er schreibt in der neuen Studie dazu: „Die Eindämmung biologischer Invasionen lässt sich am besten mit Prävention erreichen. Und falls dies nicht gelingt, durch ein anschließendes koordiniertes Management.“

Hier habe der globale Norden einen deutlichen Vorteil: Zwar würden auch die wohlhabenden Industriestaaten über den Handel mit anderen Ländern viele gebietsfremde Tier- und Pflanzenarten einführen. Doch im Gegensatz zum globalen Süden sorgen leistungsfähigere Institutionen und eine geringere Korruption dafür, dass Maßnahmen gegen invasive Tiere und Pflanzen konsequenter umgesetzt würden – wichtige Ressourcen und Möglichkeiten, die im globalen Süden fehlen würden, so die Studie.

Wirtschaftswachstum erhöht Risiko

Besonders gefährdet sind laut Studie Schwellenländer. Sie weisen im Durchschnitt sowohl die schwerwiegendsten Folgen als auch eine hohe absolute Anzahl an Meldungen auf. Der Grund dafür: Schwellenländer wie China, Indien oder Brasilien zeichnen sich durch eine zunehmend hohe wirtschaftliche Aktivität aus. Diese erhöhe das Risiko, invasive Tier- und Pflanzenarten ins Land einzuschleppen.

Dieser Beitrag begleitet die Sendung „Wissen aktuell“, Ö1, 27. Juli 2026.





Invasion der Quaggamuschel in der Schweiz am 30.8.2026: in 10 grossen Seen der Schweiz - und in den "USA" und Kanada bereits in den Grossen Seen:
Invasive Quaggamuschel verursacht Kosten von Hunderten Millionen
https://www.nau.ch/news/schweiz/invasive-quaggamuschel-verursacht-kosten-von-hunderten-millionen-67160743

-- Verstopfung und Beschädigung von Wasserwerken, Kühl- und anderen technischen Anlagen.
-- Es entstehen erhebliche Kosten für Reinigung, Umbauten und den Neubau muschelsicherer Anlagen
-- sie kauen Phytoplankton und Nährstoffe für andere, so dass andere keine Nahrung mehr haben
-- verdrängen andere Arten
-- in den Grossen Seen sind sogar Fischarten in ihrem Bestand verändert

Der Artikel:

Laurin Zaugg -- Region Zug -- Die invasive Quaggamuschel breitet sich in Schweizer Seen aus. Sie bedroht das Ökosystem und verursacht Schäden in Millionenhöhe.

  • Die invasive Quaggamuschel besiedelt fast alle grosse Schweizer Seen.
  • Ist sie einmal da, kriegt man die Muschel eigentlich nicht mehr weg.
  • Durch die Muschel entstehen Kosten in Millionenhöhe.

Die invasive Quaggamuschel ist in grossen Teilen Europas verbreitet und hat mittlerweile auch viele Schweizer Gewässer erreicht. Die ursprünglich aus dem Schwarzmeerraum stammende Muschel verursacht dabei hohe Kosten.

Besonders aufgrund ihrer raschen Ausbreitung ist sie in Schweizer Seen nicht gerne gesehen. Die weiblichen Tiere produzieren nämlich bis zu einer Million Eier pro Jahr. Ist die Muschel einmal da, kriegt man sie eigentlich nicht mehr weg.


«Aktuell sind nachweislich zehn Schweizer Seen von der Quaggamuschel besiedelt». Das sagt Thomas Müller von der Quagga-Fachstelle des Wasserforschungsinstituts der ETH Zürich (Eawag).

Die Fachstelle koordiniert und standardisiert das Monitoring der Quaggamuschel. Zudem unterstützt sie die Früherkennung und Prävention sowie die Zusammenarbeit mit Kantonen, Bevölkerung und internationalen Partnern.

Fast alle grossen Schweizer Seen betroffen

Betroffen sind fast alle grossen Schweizer Seen, mit Ausnahme des Thuner- und des Brienzersees. Konkrete Zahlen zur jährlichen Ausbreitung gibt es laut Müller nicht.

«Die Ausbreitung innerhalb eines Gewässers ist je sehr unterschiedlich», sagt er. Sie hänge unter anderem auch stark vom Invasionsstadium und der Gewässertiefe ab. «Zu Beginn der Invasion nehmen die Populationen jeweils vor allem in der Uferzone sehr schnell zu.»

Mit der Zeit beginnen sie schliesslich, in grössere Tiefen vorzudringen, so Müller. Dabei gibt es für die invasive Muschelart eigentlich keine Grenzen. So wurden im Bodensee auch am tiefsten Punkt des Sees Quaggamuscheln festgestellt. In einer Tiefe von 251 Metern.

Kosten von Hunderten von Millionen Franken

Die Quaggamuschel verursacht hohe wirtschaftliche Schäden. Sie tut dies insbesondere durch die Verstopfung und Beschädigung von Wasserwerken, Kühl- und anderen technischen Anlagen.

Es entstehen erhebliche Kosten für Reinigung, Umbauten und den Neubau muschelsicherer Anlagen sowie für betroffene Boote und Fischereigeräte. Alleine in der Schweiz entstehen laut dem Eawag Kosten von Hunderten von Millionen Franken.

So gelangt die Quaggamuschel in neue Gewässer

«Als Hauptvektor für die Ausbreitung in neue Gewässer gilt hauptsächlich der Bootstransport», sagt Thomas Müller. Entweder halten sich dabei die Muscheln am Boot fest oder die Larven überleben in Wasserrückständen, die in neue Gewässer gelangen.

Die Frage, ob die Hitze- und Trockenphase einen Einfluss auf die Ausbreitung der Quaggamuschel hatte, lasse sich nicht klar beantworten. Thomas Müller sagt: «Hitze und Trockenheit haben unseres Wissens keinen Einfluss auf die weitere Verbreitung.»



Solche Bedingungen würden laut Müller die Verschleppungswahrscheinlichkeit eher verkleinern, da die Muscheln und Larven beim Gewässerwechsel eher austrocknen und sterben.

Deshalb schadet die Quaggamuschel unseren Gewässern
«Die ökologischen Veränderungen, welche die Quaggamuschel beeinflussen kann, sind vielfältig», sagt Thomas Müller. Einerseits seien Quaggamuscheln Filtrierer und entnähmen beim Filtrieren des Wassers grosse Mengen an Phytoplankton und Nährstoffen.

«Dadurch wird zwar das Wasser klarer, aber die Nährstoffe fehlen dann dem Rest des Ökosystems.» Dies könne die Nahrungsgrundlage für andere Organismen verändern und langfristig Auswirkungen auf das gesamte Nahrungsnetz haben.

«Andererseits sind Quaggamuscheln sehr konkurrenzstark und können einheimische Arten verdrängen.» Allerdings stammen laut Müller viele der bisherigen Erkenntnisse über die langfristigen ökologischen Auswirkungen aus Nordamerika, insbesondere aus den Grossen Seen.

Dort seien unter anderem deutliche Veränderungen des Planktons, der Nahrungsnetze und teilweise auch der Fischbestände beobachtet worden. «Viele dieser Entwicklungen sind in Schweizer Seen jedoch bisher nicht oder noch nicht eindeutig sichtbar», so Müller.

So sollte man sich verhalten, um die Ausbreitung nicht anzukurbeln
Die Eawag empfiehlt, Gewässer, die noch nicht betroffen sind, bestmöglich zu schützen. Dies gelinge mit dem Kontrollieren, Reinigen und Trocknen von Booten, Wassersport- und Fischereimaterial beim Wechsel von einem Gewässer ins Nächste.

[Alles umgestalten]
In bereits betroffenen Gewässern könne man die Folgen abfedern. So etwa, indem man die Infrastruktur so gestaltet, dass die Muscheln und ihre Larven nicht eindringen können.




19.9.2026: China-Qualle in der Schweiz:
Wärmeres Wasser: Chinesische Qualle breitet sich in Schweizer Seen aus
https://www.nau.ch/news/schweiz/chinesische-qualle-breitet-sich-in-schweizer-seen-aus-67178289

Fabienne Endras
Fabienne Endras

Lugano, 19.09.2026 - 18:04

Eine fast unsichtbare chinesische Süsswasserqualle lebt in unseren Seen. Steigende Wassertemperaturen begünstigen ihre Ausbreitung.

    teigende Wassertemperaturen fördern die Ausbreitung der chinesischen Qualle in Schweizer Gewässern.
    Die kaum sichtbare Qualle ist ungefährlich für Menschen und bleibt meist unbemerkt.
    Fachleute vermuten, dass die Süsswasserqualle weiter verbreitet ist, als bisher bekannt.

Sie ist kaum zu sehen und für den Menschen ungefährlich: Eine Süsswasserqualle aus China lebt in mehreren Schweizer Seen. Steigende Wassertemperaturen begünstigen ihre Verbreitung.

Die Qualle trägt den wissenschaftlichen Namen Craspedacusta sowerbii. Zum ersten Mal wurde sie 1880 in einem botanischen Gewächshaus in London beschrieben. Seither hat sie sich weltweit verbreitet und ist auf fast allen Kontinenten nachgewiesen worden.
Qualle
Craspedacusta sowerbii ist eine Süsswasserqualle, die ursprünglich aus China kommt und sich weltweit ausgebreitet hat. - keystone

In der Schweiz wurde die Qualle erstmals 1962 im Tessin im Fluss Ticino gesichtet. Später wurde sie auch im Luganersee beobachtet, wie «SRF» berichtet. Sie taucht dort vor allem in den wärmeren Monaten auf.
Keine Gefahr für Schwimmer

Das durchsichtige Tier misst meist nur ein bis zwei Zentimeter im Durchmesser und ist deshalb im Wasser kaum zu sehen. Die Qualle ernährt sich von winzigen Planktonorganismen. Dafür nutzt sie sogenannte Nesselzellen.
In der Schweiz wurde die Qualle das erste Mal 1962 im Fluss Ticino auf der Magadinoebene entdeckt.
In der Schweiz wurde die Qualle das erste Mal 1962 im Fluss Ticino auf der Magadinoebene entdeckt. - Google Street View
Seither hat sich die Qualle vom Luganer- bis zum Genfersee ausgebreitet. (Lago Maggiore)
Seither hat sich die Qualle vom Luganer- bis zum Genfersee ausgebreitet. (Lago Maggiore) - keystone
Warme Temperaturen unterstützen die Ausbreitung der Qualle in den Gewässern. (Genfersee)
Warme Temperaturen unterstützen die Ausbreitung der Qualle in den Gewässern. (Genfersee) - keystone
Schwimmer merken von der Qualle kaum etwas – sie ist nicht gefährlich und kaum sichtbar. (Luganersee)
Schwimmer merken von der Qualle kaum etwas – sie ist nicht gefährlich und kaum sichtbar. (Luganersee) - keystone
Die Ausbreitung der Qualle wird von Forschenden weiter beobachtet. (Gardasee)
Die Ausbreitung der Qualle wird von Forschenden weiter beobachtet. (Gardasee) - Pexels

Das Gift in den Nesselzellen löst jedoch beim Menschen keine spürbare Wirkung aus. Wer der Qualle beim Schwimmen begegnet, bemerkt sie oft gar nicht.

Die Quallen tauchen vor allem zwischen Sommer und Frühherbst auf, wenn das Wasser über 25 Grad warm ist. Die Quallen treten jedoch unregelmässig auf: Manchmal sind sie nur wenige Wochen sichtbar und verschwinden danach für Jahre wieder.
Wahrscheinlich weiter verbreitet als gedacht

Eine Studie aus dem Jahr 2024 hat mindestens 61 Standorte in Italien erfasst, an denen die Süsswasserqualle beobachtet wurde. Darunter sind der Gardasee, der Lago Maggiore, der Comer See und der Luganersee. Aber auch im Genfersee wurde die Qualle schon nachgewiesen.

Laut «SRF» gehen Fachleute davon aus, dass die Qualle noch weiter verbreitet ist, als direkte Beobachtungen zeigen.

Bisher sind die Auswirkungen der Süsswasserqualle auf die Ökosysteme der Seen gering. Ob das so bleibt, weiss man noch nicht.




https://orf.at/stories/3443127/





Australien am 25.9.2026: Neue Stabschrecken-Art entdeckt:
Australien: Stabschrecken ahmen Pflanzen nach
https://science.orf.at/stories/3237486/

Längliche Körper mit bizarren Formen: Stabschrecken zählen zu den besonders langen Insekten und mit ihren Körpern ahmen sie oft Pflanzenteile wie Äste und Blätter nach, um sich zu tarnen. In Australien hat ein Forschungsteam nun neue Arten von Stabschrecken beschrieben.

Das Team um Braxton Jones von der Universität Sydney schreibt im Fachjournal „Austral Entomology“, dass es sich bei zwei Arten der Gattung Anchiale, die im Osten des Kontinents leben, tatsächlich um fünf verschiedene Spezies handelt.

Zu den auffälligsten Stabschrecken auf dem Kontinent zählt die Goliath-Stabschrecke oder Australische Riesenstabschrecke (Clemacantha goliath). Die Weibchen dieser Art können eine Länge von gut 20 Zentimetern erreichen.
Stabschrecke
Dr Braxton Jones/University of Sydney
Eine Stabschrecke, die einem Ast ähnelt

Damit zählt die Spezies zu den längeren der insgesamt 130 Stabschrecken des Kontinents, auf dem eine Art bis zu 62 Zentimeter lang wird. Den Weltrekord hält lauf Guinness Buch der Rekorde eine Stabschrecke der im Süden von China lebenden Art Phryganistria chinensis mit einer Länge von 64 Zentimetern. Eine wissenschaftliche Beschreibung dieser Art steht bislang allerdings aus.

red, science.ORF.at/Agenturen



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